Inferno: Zug explodierte – fünf Dörfer zerstört
Aktualisiert

Inferno: Zug explodierte – fünf Dörfer zerstört

Die Explosion eines mit Treibstoff und Chemikalien beladenen Güterzuges hat gestern im Iran fast 300 Menschen das Leben gekostet.

Der Zug, welcher Schwefel, Benzin und Düngemittel transportierte, war nahe der Stadt Neischabur im Nordosten des Landes entgleist und explodiert.

Die Zahl der Toten habe sich auf 295 erhöht, sagte ein Mitarbeiter der nordöstlichen Provinz Chorassan am Mittwochabend. Laut der früheren Bilanz wurden mindestens 350 Menschen zum Teil schwer verletzt.

Die abgestellten Waggons waren am Morgen aus noch ungeklärter Ursache ins Rollen geraten. In einem kleinen Bahnhof entgleisten dann wenig später mehrere Waggons: Es kam zum Feuer, das schliesslich in der Explosion mündete und die zahlreiche Menschen in den Tod riss.

Das Innenministerium in Teheran machte die Entzündung von angesammeltem Gas in dem Zug für die Explosion verantwortlich. Die Lage blieb auch am Abend kritisch. Wegen des Risikos weiterer Explosionen war Rettungsteams weierhin das Betreten der Unglücksstelle verboten.

Bild der Verwüstung

An der Unglücksstelle bot sich ein Bild der Verwüstung: Dutzende völlig ausgebrannte und zertrümmerte Waggons lagen auf und neben den Geleisen. Auch mehrere Dörfer wurden bei dem Feuerinferno zerstört.

Unter den Toten sollen zahlreiche Feuerwehrleute sowie viele Augenzeugen des Brandes sein. «Das Feuer war schon aus», berichtete Feuerwehrmann Akbar vom rund 70 Kilometer von Neischabur entfernten Unglücksort seiner Frau. «Alles war okay, dann krachte es plötzlich fürchterlich», zitierte Mahin ihren Mann, der mit schweren Verletzungen in ein Spital kam.

Insgesamt soll der Chemikalienzug nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA aus 51 Waggons bestanden haben. Allein 17 Waggons des Zuges waren mit Schwefel beladen, 6 weitere mit Treibstoff, 7 mit leicht entzündlichen Düngemitteln und 10 mit Baumwolle. Es wurden Ermittlungen eingeleitet.

Verwirrung über Erdbeben

Für Verwirrung sorgten am Mittwoch Berichte über ein Erdbeben, das sich fast zeitgleich mit dem Unglück in der abgelegenen Region ereignet hatte. Nach IRNA-Angaben war in der Provinz ein leichtes Erdbeben der Stärke 3,6 registriert worden.

Offizielle Stellen vor Ort hatten daraufhin nicht ausgeschlossen, dass der abgestellte Chemikalienzug durch die Erdstösse in Bewegung gesetzt worden sein könnte. Dies schloss das Innenministerium aber aus: Das Erdbeben sei erst kurz nach dem Unglück eingetreten.

(sda)

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