Gezielte Desinformation - Influencer sollen Biontech-Impfstoff schlecht­re­den
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Gezielte DesinformationInfluencer sollen Biontech-Impfstoff schlecht­re­den

Französische und deutsche Influencer erhalten dubiose Anfragen: Sie sollen behaupten, der Impfstoff von Pfizer/Biontech sei tödlich. Die Spur führt nach Russland.

von
Reto Heimann
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Der Impfstoff von Pfizer/Biontech soll auf Social Media in den Dreck gezogen werden.

Der Impfstoff von Pfizer/Biontech soll auf Social Media in den Dreck gezogen werden.

20min/Marco Zangger
Wer hinter der Desinformations-Kampagne steckt, ist zurzeit unklar.

Wer hinter der Desinformations-Kampagne steckt, ist zurzeit unklar.

20min/Marco Zangger
Die Spuren führen nach Russland.

Die Spuren führen nach Russland.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Französische und deutsche Influencer werden dazu aufgefordert, den Impfstoff von Pfizer/Biontech schlechtzumachen.

  • Dahinter steckt eine undurchsichtige PR-Agentur.

  • Die Spuren führen nach Russland.

Auf Social Media läuft eine Desinformations-Kampagne gegen den Impfstoff von Pfizer/Biontech. Mehrere Influencer berichten, in letzter Zeit kontaktiert worden zu sein, um den Impfstoff von Pfizer/Biontech schlechtzumachen. Das berichtet die französische Zeitung «Le Monde».

Konkret sollen die Influencer darauf hinweisen, dass der Impfstoff von Pfizer/Biontech angeblich dreimal tödlicher sein soll als derjenige von AstraZeneca. Das berichtet der französische Wissens-Influencer Léo Grasset, der auf Youtube einen Wissenschafts-Kanal betreibt.

«Das ist seltsam. Ich habe eine Anfrage erhalten, den Impfstoff von Pfizer/Biontech in den Dreck zu ziehen», schreibt Grasset auf Twitter. «Die haben ein kolossales Budget, wollen unerkannt bleiben und bestehen darauf, dass das Sponsoring nicht deklariert wird.» Von einer ähnlichen Anfrage berichtet der französische Comedian Sami Ouladitto und der deutsche Youtuber Mirko Drotschmann.

Wer hinter der Desinformations-Kampagne steckt, ist zurzeit unklar. Gemäss Recherchen von «Le Monde» verbirgt sich dahinter eine PR-Agentur namens Fazze mit Sitz in London. Diese sei nicht im britischen Handelsregister eingetragen, habe aber seit 2018 einen Sitz auf den Virgin Islands.

«Das sind schlaue Leute»

Die Email-Adressen, mit denen die Influencer kontaktiert wurden, verwiesen ebenfalls auf die undurchsichtige PR-Agentur – mit einer Ausnahme. Eine Adresse liess sich auf ein soziales Netzwerk aus Russland zurückführen. Das inzwischen vom Netz genommene Profil des Firmenchefs verrät, dass die PR-Agentur offenbar von Moskau aus operierte.

Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran verurteilte die Kampagne gegen Pfizer/Biontech. «Das ist jämmerlich, gefährlich und verantwortungslos und so nicht zu akzeptieren», sagte er gegenüber einer privaten französischen TV-Station. Véran sagte aber auch, dass er der französischen Bevölkerung zutraue, nicht darauf hereinzufallen, denn: «Franzosen und Französinnen sind schlaue Leute.»

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