Luka Sabbat: Influencer verklagt, weil er nicht influenct
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Luka SabbatInfluencer verklagt, weil er nicht influenct

Erstmals wird in den USA eine Instagram-Grösse verklagt, weil er seinen Vertrag nicht erfüllt. Es geht um 60'000 Dollar.

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Das ist Influencer Luka Sabbat.

Das ist Influencer Luka Sabbat.

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Er hat auf Instagram 1,4 Millionen Follower.

Er hat auf Instagram 1,4 Millionen Follower.

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Er macht Werbung für Rasierklingen,...

Er macht Werbung für Rasierklingen,...

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Luka Sabbat ist jung, sieht mit seinen Tattoos, dünnen Dreadlocks und dem schmalen Schnauz einigermassen verwegen aus. Er selbst bezeichnet sich als Stylist, kreativer Unternehmer, Model. Am bekanntesten dürfte der zwanzigjährige Afroamerikaner aus New York der Öffentlichkeit für ein kurzes Techtelmechtel mit Kourtney aus dem Kardashian-Clan und als Schauspieler in der Sitcom «Grown-ish» sein. Böse gesagt: Er ist wohl bestens B-Prominenz.

Er hat aber immerhin 1,4 Millionen Follower auf Instagram – und ist somit wohl mit Fug und Recht ein Influencer. Zum Vergleich: Er hat ungefähr gleich viele Follower wie der deutsche Rapper Bushido oder das Zürcher Fitnessmodel Patrizia Yanguëla, die wirklichen Platzhirsche auf Instagram sind Cristiano Ronaldo mit 145 Millionen oder Kim Kardashian mit 120 Millionen Anhängern.

Zoff mit Snap

Grund genug, für Snap, die Firma hinter Snapchat, ein Geschäft mit Sabbat einzugehen: Er sollte für die Snap Spectacles, die das Unternehmen herstellt, Werbung machen. Die Brillen mit eingebauter Kamera sind speziell für Snapchat entwickelt und können die aus der Point-of-view-Perspektive geschossenen Bilder direkt in die Social-Media-App hochladen. Snap versucht seit dem Frühjahr, die zweite Generation ihrer Brillen am Markt zu etablieren.

Jetzt wirft die PR Consulting Inc., die für Snap Öffentlichkeitsarbeit leistet, Sabbat vor, er habe seinen Vertrag mit ihrem Auftraggeber nicht erfüllt. Abmachungen mit Social-Media-Influencern sehen in der Regel eine vereinbarte Anzahl von Fotos, Videos und/oder Story-Posts während eines gewissen Zeitraums vor, die vom Auftraggeber abgenommen werden.

Weniger Bilder als vereinbart

Diese Vereinbarungen wurden auch mit Sabbat getroffen, er habe sie nicht eingehalten. Zum einen habe er weniger Posts als vereinbart geleistet und diese auch nicht zur Abnahme gegeben. Ausserdem habe er dem PR-Unternehmen keinen Einblick in seine Instagram-Statistiken gegeben, wie im Vertrag festgehalten.

In der Tat findet sich nur ein Post auf seinem Instagram-Konto, der selbst für das Laien-Auge lieblos gemacht scheint (s. unten). In welcher Form Sabbat Instagram-Stories geleistet hat, lässt sich im Nachhinein nicht nachvollziehen, da diese nach 24 Stunden im Äther verschwinden.

Er sollte 60'000 Dollar verdienen

Snap hat dem Instagram-Sternchen für seine Dienste 60'000 US-Dollar (ca. 60'355 Schweizer Franken) gezahlt, 45'000 davon im Voraus. Die will Snap jetzt zurückhaben und klagt auf weitere 45'000 Dollar in Schadenersatz.

Nachdem sich die erste Generation der Kamerabrille von Snapchat nicht gut verkauft hatte, nahm das Unternehmen im Frühjahr mit der zweiten Generation einen weiteren Anlauf. Im Mai dieses Jahres gab Snap an, 220'000 Exemplare seiner Brillen verkauft zu haben – bei rund 188 Millionen Snapchat-Nutzern am Tag eine verschwindend kleine Menge. Zuletzt war Snapchat wegen rückläufiger Nutzerzahlen in den Schlagzeilen.

Gibt der Supreme Court in New York Snap recht, könnte dies ein wegweisender Entscheid für das künftige Verhältnis zwischen Unternehmen und Influencern sein.

Artikel übernommen von «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten.

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