Capital Bra, Novanalove und Loredana: Influencer lancieren immer mehr eigene Produkte
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Mochi, Wurst und Beauty-LabelsInfluencer wollen eigene Produkte lancieren – nicht mehr nur promoten

Novalanalove hat seit Neustem ein Glacé und Capital Bra macht Eistee. Ein eigenes Produkt zu entwickeln gehört zum Influencer-Business – (noch) nicht aber in der Schweiz.

von
Katja Fischer

Mochi als Kette um den Hals und Mochi als Tattoo auf dem Arm: Die Zusammenarbeit mit dem Eisdessert-Hersteller sei ein «perfect Match», schwärmt Influencerin Novalanalove.

Instagram/novanalove

Darum gehts

  • Die Influencerin Novalanalove hat jetzt eine eigene Mochi-Sorte.

  • Zahlreiche andere deutsche Social-Media-Stars haben bereits eigene Lebensmittel oder andere Produkte auf dem Markt.

  • Hierzulande findet man dagegen nur wenige Prominente, die dem Trend gefolgt sind.

  • Der Schweizer Markt sei schlicht zu klein, sagen Experten auf Anfrage von 20 Minuten.

  • Dabei berge das «Hinterherhinken» auch ein «riesiges Potenzial».

Eine Beauty-Linie hat sie schon. Und jetzt auch noch ein eigenes Glacé: Die deutsche Influencerin Novalanalove hat vor wenigen Tagen in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen «O-Mochi» eine Mochi-Sorte auf den Markt gebracht: Cheesecake Salted Caramel in knallpinker Verpackung.

Eine Beauty-Bloggerin mit eigener japanischer Reisteigkugel? «Ein perfect Match!», wie Novalanalove alias Farina Opoku euphorisch im Werbevideo sagt. Ihr Mann nenne sie schon nach ihrem Lieblings-Dessert, ausserdem habe sie sich ihren Kosenamen sogar schon auf ihr Armgelenk tätowieren lassen.

Capital Bra macht Eistee und Pizza

Was auf den ersten Blick verdutzt, ist gar nicht mal so abwegig: Dass Influencerinnen und Influencer eigene Produkte auf den Markt bringen, gehört sowieso spätestens seit dem Beauty-Imperium der Kardashians auch in Deutschland zum Business. Und insbesondere das Lebensmittelgeschäft hat sich dabei als äusserst lukrativer Markt entwickelt.

Capital Bra (26) etwa hat mit seinem Eistee einen regelrechten Hype bei seinen jungen Fans ausgelöst. Es gibt aber auch schon vier Tiefkühl-Pizzasorten vom Rap-Star. Einen Eistee mitentwickelt hat ebenso Rapperin Shirin David (26). Fans von Sänger Pietro Lombardi (28) können hingegen sein eigenes Glacé kaufen. Und Youtuber Crispy Rob (27) hat eine eigene Chips-Marke lanciert.

Zeki ist Vorreiter in der Schweiz

Hierzulande findet man dagegen bislang nur eine knappe Handvoll Social-Media-Stars, die dem Trend gefolgt sind. Comedian Zeki (31) zum Beispiel, der vor rund zwei Jahren seine eigene Sucuk, eine Version der türkischen Wurst, lancierte und damit der erste Schweizer Influencer mit eigenem Produkt war.

Inzwischen gesellten sich zwar weitere Landsfrauen und -männer hinzu, etwa Selflove-Influencerin Anja Zeidler (27), die Bikinis aus recycelten Fischernetzen herstellt. Viele von ihnen können aber auf ihre internationale Bekanntheit zählen. Weltstar Roger Federer mit seinem On-Schuh zum Beispiel. Oder Rapperin Loredana, die kürzlich eine eigene Beauty-Marke herausgebracht hat.

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Eistee und Pizza vom Star-Rapper: Capital Bra hat mit seinen Produkten einen regelrechten Hype bei Jugendlichen ausgelöst. 

Eistee und Pizza vom Star-Rapper: Capital Bra hat mit seinen Produkten einen regelrechten Hype bei Jugendlichen ausgelöst.

Instagram/capital_bra
Rapperin Shirin David will ihm Konkurrenz machen und hat kürzlich ebenfalls einen Eistee auf den Markt gebracht. 

Rapperin Shirin David will ihm Konkurrenz machen und hat kürzlich ebenfalls einen Eistee auf den Markt gebracht.

Youtube/Shirin David
Von Sänger Pietro Lombardi gibts dafür eine eigene Glacé-Sorte namens «Lemon Pie». 

Von Sänger Pietro Lombardi gibts dafür eine eigene Glacé-Sorte namens «Lemon Pie».

Instagram/pietrolombardi

«Der Schweizer Markt steckt in Bezug auf solche Kooperationen noch in den Kinderschuhen», sagt Larissa Kaiser, Campaign Manager bei der Influencer-Agentur Picstars. Weil der Markt hierzulande klein sei, sei oftmals auch das Budget der Brands «viel geringer». Ein weiterer Faktor: «Die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten neigen weniger zu Impulskäufen.»

Manuel Nappo, Leiter des Instituts für Digital Business an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ), sieht das Problem ebenfalls in der Grösse: «Die Schweiz ist ein zu kleiner Markt dafür.» Hinzu komme die Mehrsprachigkeit: «Zeki ist in der Deutschschweiz allgemein bekannt. Aber schon in der Romandie kennt ihn niemand mehr.» Für Schweizer Unternehmen ergebe sich deshalb ein «mässiger Reiz» für Produktlancierungen.

Dabei dürfte dieses «Hinterherhinken» auch ein «riesiges Potenzial» bergen, wie Kaiser von Picstars sagt. «Brands könnten sich in der Schweiz mit Influencer-Produkten etablieren und zu First Movers werden.»

«Aufnahme in eine andere Liga»

Im Ausland hat man das Potenzial längst erkannt. Der grosse Vorteil: Unternehmen profitieren von den Communitys der Influencerinnen und Influencer. «Die Celebrities gewähren Zugang zu ihren Fans in den sozialen Medien», sagt Manuel Nappo von der HWZ. «Ein Brand besitzt diese Community nicht – wir folgen in der Regel Menschen in den sozialen Medien und nicht Marken.»

Für die Influencerinnen und Influencer auf der anderen Seite kommt eine solche Produktlancierung – neben hohen finanziellen Anreizen – der Aufnahme «in eine andere Liga» gleich, so der Social-Media-Experte. «Ausserdem liefert ihnen das Produkt viel Content. Und sie brauchen schliesslich etwas zum Erzählen.»

Der schöne Nebeneffekt: Die Influencerinnen und Influencer pushen die eigenen Produkte nicht nur selbst stark auf ihren Kanälen – ihr Content wird von ihrer Community wiederum rege geteilt. Und ebenso von ihren Berufskolleginnen und -kollegen: «Oft werden die Produkte von den Influencerinnen und Influencern selbst an andere Influencer-Freunde geschickt, die sie dann in ihren Insta-Storys teilen – weil sie Teil des Erfolgs sein und dazu beitragen wollen», so Larissa Kaiser von Picstars.

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