Dariadaria: Madeleine Alizadeh öffnet Freibad nur für Frauen
Dariadaria selber wurde im Freibad schon belästigt – heute setzt sie sich für sichere Räume für Frauen ein. 

Dariadaria selber wurde im Freibad schon belästigt – heute setzt sie sich für sichere Räume für Frauen ein.

Instagram / dariadaria
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Männerfreier BadetagInfluencerin mietet Badi nur für Frauen – und erntet Shitstorm

Ein eigener Bereich im Thermalbad Vöslau wird heute nur für Frauen geöffnet, um sie vor Blicken und Belästigung zu schützen. Das gefällt nicht allen.

von
Geraldine Bidermann

Dariadaria, die gebürtig Madeleine Alizadeh heisst, gehört zu den berühmtesten Influencerinnen im deutschsprachigen Raum. Seit Jahren setzt sich die Autorin, Podcasterin und Modeunternehmerin für Themen wie Umweltschutz und Gleichberechtigung ein, auf Instagram folgen ihr 332’000 Menschen.

Inspiriert durch andere Länder, in denen Frauenbadis wie diejenigen in Zürich existieren, wollte sie auch in ihrer österreichischen Heimat einen geschützten Baderaum für Frauen bieten. Es gehe ihr dabei allein darum, einen Raum zu schaffen, in dem «Schönheitsstandards, Körpernormen und Male Gaze (ungefähre Übersetzung: männliches Starren) keinen Zutritt bekommen», sagt die 32-Jährige. Sie wolle eine männerfreie Badi ausschliesslich für FLINT, also Frauen, Lesben, sowie inter, nonbinäre und trans Personen.

Stadt Wien stellte sich dagegen

Nachdem ihr die Wiener Stadtverwaltung eine Abfuhr erteilt hatte, erklärte sich das niederösterreichische Thermalbad Vöslau bereit, einen Teil der Anstalt nur für Frauen zu öffnen. Für sie wird es heute einen eigenen Abschnitt geben, die drei Euro Eintritt kommen einer Frauenorganisation zugute, so Alizadeh. «Phänomenal!», schreibt eine von vielen begeisterten Followerinnen. «Das könnten und sollten viele andere Orte kopieren!», schreibt eine andere.

Die Aktion stösst im Netz aber auch auf viel Gegenwind. Frauenzonen würden Frauen in eine Opferrolle drängen und das eigentliche Problem nicht lösen, kritisieren einige. Ein solcher Badi-Tag nur für Frauen sei «komplett unnötig». «Inwiefern sind normale Bäder nicht sicher für Frauen? Klingt so, als ob man direkt sexuell belästigt wird, wenn man normal baden geht?!!», schreibt ein männlicher Follower. Alizadeh teilte daraufhin in einem Post Erfahrungen ihrer Abonnentinnen, die im Freibad angegafft, diskriminiert oder belästigt wurden.

Diese Berichte seien keine Einzelfälle, betont die Influencerin und Unternehmerin, sondern Teil einer patriarchalen Struktur. Daher sei es ihr wichtig, dass es sichere Räume für Frauen gebe. «Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie krass rassistisch und sexistisch die Anfeindungen gegen mich seit Tagen sind», so Alizadeh. «Die heftigen Reaktionen zeigen, dass Männer offensichtlich Angst haben, dass man ihnen was wegnimmt. Platz im Schwimmbad oder Macht – es lässt sich nur mutmassen.»

Hast du auch schon unangenehme Erfahrungen in der Badi gemacht? Erzähle uns davon im Kommentarfeld.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, sexuell belästigt?

Hier findest du Hilfe:

Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Verzeichnis von Anlaufstellen

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

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