Geisterflug MH370: Ingenieur von Schweizer Firma unter Verdacht

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Geisterflug MH370Ingenieur von Schweizer Firma unter Verdacht

Flugzeug-Techniker Mohd Khairul (29) bestieg für eine Schweizer Firma den Flug MH370. Die Behörden nehmen den Mann nun unter die Lupe.

von
num

Die Boeing 777 verschwand am 8. März mit 239 Menschen an Bord spurlos auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Die malaysische Polizei ermittelt wegen Entführung, Sabotage und Terroranschlägen.

Sie geht davon aus, dass jemand an Bord absichtlich die Kommunikationssysteme abstellte. Das Flugzeug flog nach den Ermittlungen noch stundenlang weiter. Es würden nun Lebensumstände und Kontakte der Besatzung, der Passagiere und der Techniker, die vor dem Abflug an der Maschine waren, noch einmal genauer untersucht, sagte der Polizeichef.

Einer der Passagiere war Mohd Khairul, ein 29-jähriger Flugzeug-Ingenieur aus Malaysia. Gemäss der malaysischen Polizei war er der Einzige an Bord, der nebst dem Piloten und dem Kopiloten beruflich mit Flugzeugen zu tun hatte.

Er war für die Execujet Aviation Group unterwegs. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Zürich, mit Niederlassungen in der ganzen Welt. Sprecherin Juliane von Heimendahl bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass der Mann im Auftrag der Firma unterwegs war. «Er flog von Kuala Lumpur nach Peking, um dort eine Maschine zu warten.» Andere Angestellte der Firma seien nicht an Bord gewesen.

«Wir wollen nicht spekulieren»

Bisher seien die malaysischen Behörden noch nicht an die Firma herangetreten. Ob Khairul fähig gewesen wäre, ein Flugzeug zu fliegen, wollte die Sprecherin nicht beurteilen. «Wir denken dabei auch an die Angehörigen und wollen nicht spekulieren.»

Der Vater des Ingenieurs, Selamat Omar (60), zeigte am Wochenende Bilder seines Sohnes. Er könne sich nicht vorstellen, dass Mohd Khairul in die mögliche Entführung des Flugzeugs verwickelt gewesen sein soll, sagte er lokalen Medien.

Bisher sei er von den Behörden für eine mögliche Hausdurchsuchung nicht kontaktiert worden. «Sie sollen nur kommen, wir haben nichts zu verbergen.» Omar sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters weiter, dass sein Sohn seit zehn Jahren als Flugzeug-Ingenieur arbeitete.

Khairul habe eine Tochter und sich vor kurzem ein Haus ausserhalb von Kuala Lumpur gekauft. Sein Vater: «Er war gut in seinem Job und er war ein guter Sohn.»

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