«Ingenuity» hebt auf dem Mars ab - «Phantastisches Gefühl, dass Schweizer Antriebe zum Ereignis beisteuerten»
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«Ingenuity» hebt auf dem Mars ab«Phantastisches Gefühl, dass Schweizer Antriebe zum Ereignis beisteuerten»

Der Mini-Helikopter Ingenuity ist auf dem Mars abgehoben. Das ist historisch: Zum ersten Mal überhaupt fliegt ein Luftfahrzeug auf dem Roten Planeten. Im Projekt der Nasa steckt auch Schweizer Technologie drin.

von
Marcel Urech

Darum gehts

  • Der Mini-Helikopter Ingenuity ist am 19. April auf dem Mars abgehoben.

  • Das ist historisch: Zum ersten Mal überhaupt fliegt ein Luftfahrzeug auf einem anderen Planeten.

  • Ingenuity muss auf dem Mars extremen Bedingungen trotzen.

Der Live-Stream der «National Aeronautics and Space Administration» (Nasa) läuft. Ingenuity ist bereit, um abzuheben», sagt eine Ingenieurin der Nasa, die in das Projekt involviert ist. Der Mini-Helikopter kommuniziere über den Rover «Perseverance», der die Daten zu einem Orbiter, einer Raumsonde, schickt. Diese sendet die Daten schliesslich zur Erde. Der Flug von Ingenuity soll rund 30 Sekunden dauern.

Jetzt ist es soweit: Erste Daten haben die Erde erreicht. Schreibt die Nasa Geschichte? Jawohl! Der Mini-Helikopter ist auf dem Mars abgehoben und wieder gelandet. Die Menschen im Kontrollraum jubeln.

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Ingenuity (Bild) ist das erste Luftfahrzeug, das auf einem anderen Planeten abgehoben ist.

Ingenuity (Bild) ist das erste Luftfahrzeug, das auf einem anderen Planeten abgehoben ist.

AFP
Dieses Foto zeigt ein Solarpanel, das auf dem Mini-Helikopter angebracht ist.

Dieses Foto zeigt ein Solarpanel, das auf dem Mini-Helikopter angebracht ist.

AFP
Die Nasa musste den Erstflug von Ingenuity wegen technischer Probleme verschieben. Er war eigentlich am 11. April geplant.

Die Nasa musste den Erstflug von Ingenuity wegen technischer Probleme verschieben. Er war eigentlich am 11. April geplant.

AFP

Minus 90 Grad

Der erste Flug des rund 1,8 Kilogramm schweren Mini-Helikopters Ingenuity, der an Bord des Rovers «Perseverance» im Februar auf dem Mars landete, war eigentlich für den 11. April geplant. Technische Probleme verzögerten aber den Start. Der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene Helikopter sei aber grundsätzlich in einem guten Zustand, schreibt die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf die Nasa.

Ingenuity war Ende Februar im Bauch von «Perseverance» mit einem riskanten Manöver in einem ausgetrockneten Mars-See namens «Jezero Crater» gelandet. Der Hubschrauber muss auf dem Mars extremen Bedingungen trotzen: Nachts ist es bis zu minus 90 Grad kalt, die Anziehungskraft des Planeten ist geringer als auf der Erde, die Atmosphäre wesentlich dünner.

Nasa setzt auf Schweizer Technologie

Zum historischen Erstflug trägt auch die Schweiz bei. Denn zum Helikopter gehören sechs Mini-Motoren von Maxon, einer Firma aus Obwalden. Die Motoren haben einen Durchmesser von zehn Millimetern, steuern die Neigung der Rotorblätter und somit die Flugrichtung. «Wir haben in der Entwicklungsphase umfangreiche Tests durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Motoren unter den extremen Bedingungen auf dem Mars wie gewünscht funktionieren», sagt Florbela Costa, die verantwortliche Projektleiterin bei Maxon.

Am Montagabend war die Freude gross, denn auch für den Antriebspezialisten in Obwalden ist der Flug ein grosser Erfolg. «Die grösste Herausforderung bei der Entwicklung der Motoren war die extreme Anforderung an das Gewicht», erklärt Aiko Stenzel, Design Ingenieur bei Maxon. «Jedes Zehntelgramm musste gespart werden, damit der Helikopter fliegen kann. Grossartig ist, dass wir trotz Gewichtseinsparung eine Antriebslösung gefunden haben, die genug Power hat, die Rotorblätter zu justieren. Und dies bei hohen Vibrationen und Temperaturschwankungen.»

Eugen Elmiger, CEO der Maxon-Gruppe, hat die NASA-Übertragung der ersten Flugdaten live mitverfolgt und zeigt sich begeistert: «Es ist ein phantastisches Gefühl zu wissen, dass unsere Präzisionsantriebe wie geplant funktionierten und wir unseren Beitrag zu diesem historischen Ereignis beisteuern konnten. Ich bin stolz auf unsere Mitarbeitenden und freue mich auf die nächsten Meilensteine auf dem Mars.»

Mehr über die Schweizer Rotoren im Mini-Helikopter erfährst du in diesem Artikel.

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(DPA)

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