Kanton Thurgau: Inhaftierte Influencerin verliert 1 Million Follower auf Tiktok

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Kanton ThurgauInhaftierte Influencerin verliert 1 Million Follower auf Tiktok

Ende August verletzte eine Influencerin (20) ihren Freund (19) mit einer Stichwaffe. Während die 20-Jährige in U-Haft sitzt, wird ihr Tiktok-Account mit einer Million Abonnenten gesperrt.

von
Ammar Jusufi
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Die Influencerin (20) aus dem Kanton Thurgau verletzte ihren Freund mit einer Stichwaffe. 

Die Influencerin (20) aus dem Kanton Thurgau verletzte ihren Freund mit einer Stichwaffe. 

Instagram
Einige Wochen zuvor war sie mit ihrem Freund in Dubai in den Ferien.

Einige Wochen zuvor war sie mit ihrem Freund in Dubai in den Ferien.

Instagram
Nun wurde, während die Influencerin in U-Haft sitzt, ihr Tiktok-Account gesperrt. 

Nun wurde, während die Influencerin in U-Haft sitzt, ihr Tiktok-Account gesperrt. 

Instagram

Darum gehts

  • Im Kanton Thurgau verletzte eine Influencerin (20) ihren Freund (19) mit einer Stichwaffe.

  • Sie wurde von der Polizei festgenommen und inhaftiert.

  • Nun wird bekannt, dass ihr Tiktok-Account mit einer Million Abonnentinnen und Abonnenten gesperrt wurde. 

Am 30. August endete ein Streit zwischen einem Paar für einen 19-jährigen Mann mit schweren Stichverletzungen. Die 20-jährige Freundin wurde von der Kantonspolizei Thurgau festgenommen und inhaftiert. Später stellte sich heraus, dass es sich bei der deutschen Freundin um eine schweizweit bekannte Influencerin handelt. Bis heute ist von der 20-jährigen Frau nichts zu hören. Die Staatsanwaltschaft Thurgau beantragte Untersuchungshaft für die 20-Jährige. Der Antrag wurde bewilligt. 

Der Fall sorgte in den sozialen Medien für grosses Aufsehen. Die Kommentare unter dem letzten Beitrag der Influencerin auf Instagram gehen in verschiedene Richtungen. Während sich die einen schadenfroh über die Influencerin äussern, gibt es auch solche, die sie in Schutz nehmen. «Sie hat es schon schwer genug, lasst sie doch einfach in Ruhe», schreibt eine Userin. Auf der anderen Seite machen sich Userinnen und User in knapp 1000 Kommentaren unter dem Beitrag über die Influencerin lustig. «Der grösste Schmerz für sie kommt erst noch, denn ihr Tiktok-Account wurde gesperrt», schreibt ein User auf Instagram. 

Die 20-jährige Deutsche, die im Kanton Thurgau wohnhaft ist, hatte auf Tiktok über eine Million Abonnentinnen und Abonnenten. Der Account der Tiktokerin ist am 20. September nicht mehr auffindbar. Ihr Instagram-Account hingegen besteht weiterhin, sogar mit den hasserfüllten Kommentaren. Deshalb scheint es unwahrscheinlich, dass die 20-Jährige ihren Tiktok-Account selbst gelöscht hat. Die Plattform Tiktok hingegen ist bekannt dafür, dass sie Nutzerinnen und Nutzer, die die «Community-Richtlinien» nicht beachten, konsequent sperrt. 

Neuer Trend auf Tiktok

Der Grund dafür könnte ein besorgniserregender Trend sein: Es finden sich auf Tiktok Hunderte Videos von Frauen, die ihren Freunden drohen, ihnen dasselbe anzutun wie die inhaftierte Influencerin ihrem Schatz. Im Netz kursiert das Gerücht, dass der 19-jährige Freund die Influencerin betrogen haben soll. Dies lässt sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen. Dennoch: «Wenn du mich betrügen solltest, werde ich zu …», heisst es in Dutzenden Tiktoks. 

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Auf Tiktok startet ein Trend: Hunderte Videos von Frauen, die drohen, ihren Freunden dasselbe anzutun.

Auf Tiktok startet ein Trend: Hunderte Videos von Frauen, die drohen, ihren Freunden dasselbe anzutun.

Tiktok Screenshots
«Wenn er eine andere hat, werde ich wie sie», heisst es mit dem Namen der Influencerin. 

«Wenn er eine andere hat, werde ich wie sie», heisst es mit dem Namen der Influencerin. 

Tiktok Screenshot
Eine Userin, die mitgemacht hat, erklärt, dass es gar nicht ernst gemeint ist. Dennoch gibt es einige fragwürdige Hashtags unter den Beiträgen.

Eine Userin, die mitgemacht hat, erklärt, dass es gar nicht ernst gemeint ist. Dennoch gibt es einige fragwürdige Hashtags unter den Beiträgen.

Tiktok Screenshots

Eine 17-jährige Frau aus Deutschland hat den Tiktok-Trend ebenfalls mitgemacht und auf ihrem Account hochgeladen. «Das ist gar nicht ernst gemeint, weil man sich damit nur selber schaden würde», sagt die Deutsche zu 20 Minuten. Sie mache das, um zu zeigen, dass es auch Frauen gebe, die so weit gehen würden. «Ich selbst würde das nicht machen. Wenn er mich betrügen will, dann soll er doch», sagt die 17-Jährige. 

Besonders fragwürdig: Unter den Tiktoks sieht man mehrfach den Hashtag «girls support girls» gesetzt. Einige Userinnen scheinen die Handlungen der 20-jährigen Thurgauerin zu unterstützen. Die 17-jährige Deutsche sieht das anders. «Ich würde sie nicht supporten, weil es in meinen Augen eigentlich keinen Grund gibt, um so weit zu gehen», so die 17-Jährige. 

Es gilt die Unschuldsvermutung. 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

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