Heilender Bernstein : Inhaltsstoffe in erstarrtem Baumharz töten Bakterien ab
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Heilender Bernstein Inhaltsstoffe in erstarrtem Baumharz töten Bakterien ab

Dem erstarrten Baumharz der Schirmtanne wird schon seit Jahrtausenden eine heilende Wirkung zugesprochen. Forscher in den USA untersuchen nun die Wirkung von Bernstein auf resistente Bakterien, wie sie zum Beispiel im Krankenhaus vorkommen.

von
Angela Rosser
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Baltischer Bernstein ist erstarrtes Baumharz einer Schirmtannenart.

Baltischer Bernstein ist erstarrtes Baumharz einer Schirmtannenart.

Wikipedia/Lämpel CC BY 3.0

Darum gehts

  • Inhaltstoffe im Bernstein töten Keime.

  • Forschungen in den USA zeigen Bioaktivität im erstarrten Baumharz.

  • Eine Tannenart für baltischen Baumharz findet sich nur noch in Japan.

In der Volksmedizin zum Beispiel als Kettchen für zahnende Kinder oder zermahlen in medizinischen Tränken werden dem Bernstein schon lange heilende Kräfte nachgesagt. In Bernstein eingeschlossen bleiben selbst feinste Strukturen wie Federn, Spermien Blutzellen und selbst DNA konserviert – so wie es etwa in Steven Spielbergs «Jurassic Park» zu sehen ist . Mit Hilfe der im Bernstein eingeschlossenen DNA der Dinosaurier gelingt es den Forschenden im Film, Dinos zu neuem Leben zu erwecken.

Trotz der bestehenden Kenntnisse gab es bisher noch keine umfassenden Erforschung von Bernstein, seiner therapeutischen Effekte oder bioaktiven Komponenten. «Zwar haben frühere Studien schon einige Substanzen im Bernstein gefunden, die möglicherweise zu neuen Antibiotika führen könnten, dies wurde aber nicht weiter verfolgt», erklären Elizabeth Ambrose und Connor McDermott von der University of Minnesota.

In ihrer Studie untersuchen die Forschenden daher speziell die mögliche antibakterielle Wirkung von baltischem Bernstein. Dieser spezielle Baumharz, um die 44 Millionen Jahre alt, stammt von einer Tannenart, die heute nur noch in Japan zu finden ist. Erforscht wurde der fein gemahlene Stein mittels eines Gaschromatographen, der die einzelnen chemischen Verbindungen auftrennt.

Mit Bernstein gegen resistente Bakterien

Die so gefundenen Moleküle zeigten biologische Aktivität, heisst, diese töten tatsächlich einen gewissen Teil von Bakterien ab. Am wichtigsten dürfte die Wirkung gegen resistente Staphylokokken-Stämme, wie sie oft in Krankenhäusern zu finden sind, sein, heisst es bei scniexx.de

Wie man künftig zu dem im Bernstein enthaltenen Wirkstoff kommen kann, ist jedoch noch nicht ganz klar. Bei Vergleichsexperimenten mit Harz, der einzigen Tannenart dieser Gattung, stiess man auf Sclareol. Dieser Naturstoff findet sich auch in einer Salbei-Art, die bislang als Duftstoff eingesetzt wird aber auch schon wegen einer möglichen Wirkung auf Leukämiezellen untersucht wurde. Auf Basis dieser Ergebnisse, werde man nun weiterforschen, erklärt Ambrose weiter.

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