Passivrauchen: Initiative gegen Raucherbeizen eingereicht
Aktualisiert

PassivrauchenInitiative gegen Raucherbeizen eingereicht

Die St. Galler Volksinitiative «Schutz vor dem Passivrauchen für alle» ist mit 8407 Unterschriften eingereicht worden. Das Ziel ist ein striktes Rauchverbot in öffentlich zugänglichen Räumen, ohne Ausnahmen für «Raucherbeizen».

Gesammelt wurden gut 10 000 Unterschriften, wie der Präsident des Initiativkomitees, Jürg Barben, am Freitag erklärte. Wegen der Feiertage konnten nicht alle Unterschriftenbögen beglaubigt werden. Die nötigen 6000 Unterschriften seien innert sechs Wochen gesammelt worden.

Die Initianten, zu denen die Lungenliga St. Gallen, die Krebsliga St. Gallen-Appenzell und die kantonale Ärztegesellschaft gehören, zeigten sich erfreut über «dieses klare Signal der Bevölkerung». Die Initiative komme voraussichtlich im kommenden Herbst vors Volk.

Laut dem Arzt Andreas Paky vom Initiativkomitee herrscht im Kanton St. Gallen seit der Einführung des Rauchverbots im vergangenen Oktober «Management by Chaos». Die Ausnahmeklausel für «Raucherbeizen» funktioniere nicht. Es herrsche Willkür. «Es geht nur ohne Ausnahmen.»

Kritik am Bundesgesetz

Die Initianten kritisierten auch das in der Herbstsession beschlossene Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen, das Raucherbetriebe bis zu 80 Quadratmetern Grösse zulässt. Dieses Modell sei in Spanien gescheitert. Ausserdem hätten 13 Schweizer Kantone bereits weitergehende Rauchverbote.

Auch Luzius Schmid, Präsident der Krebsliga St. Gallen- Appenzell, sprach von einer «katastrophalen Lösung» in St. Gallen. Wenn Wirte Umsatzrückgänge nur auf das Rauchverbot zurückführten, sei dies aber eine falsche Behauptung. Dies zeigten Studien aus andern Ländern.

Peter Wiedersheim, Präsident der kantonalen Ärztegesellschaft, verwies auf Rauchverbote im Ausland. In Irland, Schottland, Italien, New York oder Australien funktioniere es, und es gebe dort überall noch Bars, Pubs und Restaurants.

Wiedersheimer erinnerte auch daran, dass das Passivrauchen in der Schweiz gleich viele Todesopfer fordere wie der Strassenverkehr. Im Unterschied zum Verkehr sei das Rauchen aber ein vermeidbares Übel.

(sda)

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