Aktualisiert 13.05.2007 23:14

«Initiative irritiert islamische Welt»

Die Initiative für ein Minarettverbot sorgt in der gesamten muslimischen Welt für Aufsehen. Nahostexperte Ulrich Tilgner befürchtet für die Schweiz einen Imageverlust.

Wer hätte gedacht, dass es EDU-Nationalrat Christian Waber einmal in die Zeitung «Arab News» schafft. Der Berner gehört dem rechtsbürgerlichen Komitee an, das am 3. Mai die Volksinitiative für ein Bauverbot von Minaretten in der Schweiz lanciert hatte. Seine Einschätzung des Islams als «Kriegserklärung an die christliche Welt» ist von Kairo bis Islamabad zu lesen.

Die Reaktion aufgebrachter Muslime auf die Initiative liess nicht lange auf sich warten: «Boykottiert Schweizer Banken», wird in diversen Internetforen und Blogs gefordert.

«Die Initiative irritiert die islamische Welt», sagt der Nahostkorrespondent Ulrich Tilgner. Mit Protesten wie nach den Mohammedkarikaturen rechnet er aber nicht. Die Schweiz habe im Gegensatz zu Dänemark im Orient einen guten Ruf. «Diesen droht sie aber aufs Spiel zu setzen.» Zudem hätten Islamisten nun ein weiteres Argument in ihrem Kampf gegen den Westen.

Die Boykottdrohung sieht er jedoch gelassen: «Die Schweizer Wirtschaft muss keinen Schaden fürchten.» Für Christian Waber ist klar: «Jetzt zurückzukrebsen wäre ein falsches Signal. Auch an die mehrheitlich friedfertigen Muslime, die bei uns leben.»

Reza Rafi

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