«200000 sind genug»: Initiative zur Lohnsenkung des Stadtammann
Aktualisiert

«200000 sind genug»Initiative zur Lohnsenkung des Stadtammann

Frauenfelds Stadtammann verdient eine Viertelmillion Franken – ­für zwei SVPler zu viel: Sie wollen eine Lohnsenkung.

von
upz
Gemperle (l.) und Wegelin.

Gemperle (l.) und Wegelin.

In Frauenfeld hat sich eine ­lokale Sektion des Bundes der Steuerzahler (BDS) formiert. Hinter dem BDS Frauenfeld stehen die SVP-Mitglieder Thomas Gemperle und Reinhard Wegelin. Als erste Aktion schoss der BDS gestern gegen Carlo Parolari (FDP), Stadtammann von Frauenfeld: Dessen Jahreslohn von rund 253 000 Franken brutto sei vielen Bürgern ein Dorn im Auge, wie BDS-Präsident Gemperle sagt.

Im Vergleich mit den Löhnen der Stadtpräsidenten von Zürich (Corine Mauch, 288 000 Franken) oder Bern (Alexander Tschäppät, 240 000 Franken) sei Parolaris Lohn «geradezu exorbitant». Die BDS Frauenfeld kündigt darum eine Initiative unter dem Titel «200 000 sind genug» an, die die Löhne der Exekutive begrenzen soll. In Bern und in Zürich hatte der BDS vor Jahren mit ähnlichen Initiativen Erfolg. Stadtammann Parolari wollte sich gegenüber 20 Minuten nicht zum Vorhaben des BDS äussern.

Unklar bleibt nebst den SVP-Mitgliedern Gemperle und Wegelin der Hintergrund des BDS Frauenfeld: Zu seinen ersten Fans auf Facebook gehörte der Weinfelder Anwalt Hermann Lei. Dieser schaffte nach seiner Verwicklung in die Affäre um SNB-Präsident Hildebrand die Wiederwahl in den Thurgauer Grossen Rat im April nur knapp. Ob Lei beim BDS aktiv ist, wollte Gemperle nicht kommentieren: «Wir machen keine Angaben zu Mitgliedern.» Man sei aber politisch und konfessionell neutral.

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