Inkwilersee: Biber gefährden Unesco-Weltkulturerbe

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Zerstörerisches GrabenBiber-Alarm im Inkwilersee – Nager gefährden Unesco-Weltkulturerbe 

Biber gefährden die Pfahlbau-Fundstelle auf der Insel im Inkwilersee. Ein riesiges Gitter soll sie nun von ihren Grabungsaktivitäten abhalten. 

von
Simon Ulrich
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Die grosse Insel im Inkwilersee, eine archäologische Fundstelle von nationaler und internationaler Bedeutung.

Die grosse Insel im Inkwilersee, eine archäologische Fundstelle von nationaler und internationaler Bedeutung.

Archäologischer Dienst des Kantons Bern
Ein Bibergang durchschneidet eine Lage prähistorischer Hölzer im Uferbereich der grossen Insel.

Ein Bibergang durchschneidet eine Lage prähistorischer Hölzer im Uferbereich der grossen Insel.

Archäologischer Dienst des Kantons Bern
Ein eingestürzter Gang auf der grossen Insel, den die Biber quer durch die archäologischen Schichten gegraben haben.

Ein eingestürzter Gang auf der grossen Insel, den die Biber quer durch die archäologischen Schichten gegraben haben.

Archäologischer Dienst des Kantons Bern

Darum gehts 

  • Seit einigen Jahren benutzen Biber die Insel im Inkwilersee – Teil des Unesco-Welterbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen» – als Wohnstätte.

  • Mit ihren Grabungsaktivitäten gefährden sie den Erhalt der archäologischen Fundstelle. 

  • Ein gemeinsames Projekt der Kantone Bern und Solothurn soll nun sicherstellen, dass sowohl Natur- wie Kulturgüterschutz im Inkwilersee künftig gewährleistet sind.

Sie ist sowohl Naturschutzgebiet als auch Teil des Unesco-Welterbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen»: die grosse Insel im Inkwilersee, situiert auf der Grenze der Kantone Bern und Solothurn. Die Siedlungsreste aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit sind noch weitgehend unerforscht und stellen ein wichtiges Forschungsreservoir dar. 

Seit einigen Jahren gefährden Biber durch ihre Grabarbeiten die Substanz der archäologischen Fundstelle. «Beim Bau von insgesamt 14 Tunneleingängen am Rande der Insel arbeiteten sich die Biber vom Wasser her durch mehrere Lagen von Bauhölzern aus der Bronze- und Jungsteinzeit. Durch die unterirdischen Gänge auf der Insel gehen wertvolle archäologische Kulturschichten unwiederbringlich verloren», schreiben die Kantone Bern und Solothurn in einer gemeinsamen Mitteilung. 

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Bauarbeiten starten diesen Winter 

Um die Biber von weiteren Grabungsaktivitäten abzuhalten, soll ein Gitter über die grosse Insel bis zehn Meter in den See verlegt, fixiert und zugedeckt werden. Gleichzeitig soll den Tieren durch einen Ersatzbau auf der kleinen Insel ein alternativer Siedlungsplatz zur Verfügung gestellt werden. Die Gesamtkosten des von den beiden Kantonen gemeinsam erarbeiteten Projekts belaufen sich auf 800’000 Franken; 200’000 Franken übernimmt das Bundesamt für Kultur, den Rest teilen sich die Kantone Bern und Solothurn je zur Hälfte. 

Der Ersatzbau für die Biber auf der kleinen Insel wird bereits in diesem Winter erstellt. Die Verlegung des Gitters ist im Winter 2023/24 vorgesehen.   

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