Aktualisiert 11.11.2011 14:46

24-Stunden-Rythmus

Innere Uhr steuert Hauterneuerung

Die Produktion neuer Hautzellen ist vom Tag- und Nachtrythmus unseres Organismus' geprägt. Gerät die innere Uhr aus dem Takt, lässt uns das früher alt aussehen oder sogar lebensbedrohlich erkranken.

Wer nicht schon mit 30 aussehen will wie eine Mischung aus Inge Meisel und Mick Jagger, sollte auf die innere Uhr hören.(Bild: Colourbox)

Wer nicht schon mit 30 aussehen will wie eine Mischung aus Inge Meisel und Mick Jagger, sollte auf die innere Uhr hören.(Bild: Colourbox)

Stammzellen erneuern unsere Haut permanent. Forscher aus Spanien und der Schweiz haben herausgefunden, dass diese Stammzellen ihre Arbeit in einem 24-Stunden-Rhythmus verrichten, der durch eine innere Uhr gesteuert wird. Gerät die Uhr aus dem Takt, können sich Tumoren bilden.

Die Stammzellen sind Vorläuferzellen, aus denen der Körper diverse verschiedene Gewebe produziert. In der Haut stellen Stammzellen permanent neue Hautzellen her, um alte zu ersetzen, die durch die tägliche Belastung abgenutzt oder durch UV-Strahlen und Krankheitserreger zerstört wurden.

Urs Albrecht und Jürgen Ripperger von der Universität Freiburg haben nun gemeinsam mit Kollegen des Zentrums für Genom-Regulation in Barcelona (CRG) untersucht, wie diese Stammzellen gesteuert werden. Die Forschungsgruppe hat ihre Resultate kürzlich im Fachmagazin «Nature» publiziert.

Produktion läuft vor allem nachts

Es zeigte sich, dass das Verhalten der Stammzellen gesteuert wird durch eine so genannte innere biologische Uhr. Die innere Uhr ist ein komplexes System im Körper, das diverse Funktionen und Verhaltensweisen im Tag-Nacht-Zyklus steuert. Das bekannteste Beispiel ist unser Schlaf-Wach-Zyklus.

Die innere Uhr reguliert die Haut-Stammzellen laut den Forschern zum Beispiel derart, dass sie sich vor allem am Abend und in der Nacht teilen - und damit neue Haut produzieren. Dadurch wird verhindert, dass bei dem heiklen Teilungsprozess Erbgut durch UV-Strahlung der Sonne beschädigt wird.

Krebs verhindern

Die Forscher untersuchten auch, was passiert, wenn die innere Uhr durcheinandergerät. Sie blockierten dazu zwei «Uhren-Gene». Die Haut-Stammzellen gerieten dadurch aus dem Takt, was zu Problemen bei der Hautalterung und der Gewebebildung führte. Zudem wurden die Hautzellen anfälliger auf Krebsentstehung.

Wie das CRG in einer Mitteilung schreibt, könnte diese Beobachtung weit reichende Konsequenzen für die Hautkrebsforschung haben. Die innere Uhr wird nämlich schwächer, wenn wir älter werden. Nun müsse untersucht werden, ob sich Gewebedegeneration und Tumorbildung verhindern liessen, indem altem Gewebe «junge» innere Uhren eingesetzt würden.

(sda)

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