Feuer und Hitzewelle - Flammen löschen ganzen kanadischen Ort aus
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Feuer und HitzewelleFlammen löschen ganzen kanadischen Ort aus

In Kanada und den USA wächst die Angst vor Hitzetoten und Waldbränden. Ein Ende der Hitzewelle ist nicht in Sicht.

Hitzerekord in Kanada: Ein Waldbrand verwüstet das Städtchen Lytton.

Darum gehts

  • Der Westen Kanadas leidet unter einer extremen Hitzewelle.

  • Hunderte Menschen sind plötzlich gestorben.

  • Waldbrände bedrohen die Region.

Angesichts der Rekordtemperaturen in Kanada und den USA wächst die Angst vor weiteren Hitzetoten sowie Waldbränden. Allein in der Provinz British Columbia starben seit Freitag vergangener Woche hunderte Menschen wahrscheinlich im Zusammenhang mit den hohen Temperaturen, wie die kanadischen Behörden am Mittwoch erklärten. «Die Temperaturen, die in dieser Woche gemessen wurden, sind beispiellos – Menschen sind gestorben und die Waldbrandgefahr ist gefährlich hoch», sagte Premierminister Justin Trudeau.

In Kanada werden seit Tagen Rekordtemperaturen gemessen. Im 250 Kilometer östlich von Vancouver gelegenen Lytton zeigten die Thermometer 49,6 Grad Celsius an, wie der kanadische Wetterdienst meldete. Am Mittwoch wurde der Ort wegen eines Waldbrandes evakuiert.

«Die ganze Stadt steht in Flammen. Es dauerte etwa 15 Minuten vom ersten Anzeichen von Rauch bis zum plötzlichen Feuer überall», sagte Lyttons Bürgermeister Jan Polderman dem kanadischen Sender CBC News. Filmaufnahmen zeigten, wie das Feuer auf den Hügeln über Lytton wütete und die Stadt verwüstete, während sich hunderte Bewohner vor den Rauchwolken in Sicherheit brachten.

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Hitzewelle mit knapp 50 Grad Celsius: Der Waldbrand um die kanadische Stadt Lytton aus der Luft gesehen. (29. Juni 2021)

Hitzewelle mit knapp 50 Grad Celsius: Der Waldbrand um die kanadische Stadt Lytton aus der Luft gesehen. (29. Juni 2021)

AFP/BC Wildfire Service
Nordamerika leidet unter dem Allzeit-Temperaturrekord: Eine Mutter hält ihr Kind unter einen Wasserstrahl. (27. Juni 2021)

Nordamerika leidet unter dem Allzeit-Temperaturrekord: Eine Mutter hält ihr Kind unter einen Wasserstrahl. (27. Juni 2021)

AFP/Jim Watson
Kanada erlebt eine Hitzewelle mit Rekordtemperaturen.

Kanada erlebt eine Hitzewelle mit Rekordtemperaturen.

AFP

Impfzentren mussten schliessen

Die Hitzewarnung wurde am Donnerstag auf das gesamte Zentrum Kanadas bis ins nördliche Ontario ausgeweitet. Für die Provinz British Columbia bestehe die Wahrscheinlichkeit weiterer Hitzerekorde in den kommenden Tage, erklärten die Behörden. Schulen und Corona-Impfzentren mussten wegen der Hitze schliessen, die Behörden richteten Abkühl-Zentren ein.

Allein im Grossraum Vancouver wurden nach Behördenangaben zwischen Freitag und Mittwoch 134 plötzliche Todesfälle verzeichnet. In der gesamten Provinz British Columbia wurden nach Angaben des leitenden Rechtsmediziners der Provinz 486 Tote registriert, während üblicherweise in einem solchen Zeitraum im Durchschnitt 165 Todesfälle gemeldet werden.

Im an Kanada grenzenden US-Bundesstaat Washington wurden 16 Tote im Zusammenhang mit der Hitzewelle gezählt. Bei zwei von ihnen sei eine Hyperthermie, also eine Überhitzung, nachgewiesen worden, teilten die örtlichen Gesundheitsbehörden mit.

«Nicht die letzte Hitzewelle»

Sowohl in Kanada als auch in den USA befürchten die Behörden den Ausbruch von Waldbränden wegen der Hitze. «Die Waldbrandgefahr in diesem Jahr ist so ernst wie nie zuvor», sagte US-Präsident Biden bei einem virtuellen Treffen mit den Gouverneuren der westlichen US-Bundesstaaten. Dieses Jahr könne «schwieriger» werden als das vergangene Jahr, als Waldbrände in den USA mehr als vier Millionen Hektar zerstörten. Die Flammen hätten damals den Himmel orange gefärbt und einen Anblick wie am «Ende der Welt» geboten, erinnerte Biden.

Derzeit lodern bereits in rund einem Dutzend US-Bundesstaaten Waldbrände. Das sogenannte Lava-Feuer im Norden Kaliforniens hat schon knapp 7000 Hektar Wald zerstört. Insgesamt sind rund 9000 Feuerwehrleute gegen die Waldbrände im Einsatz.

Experten warnen vor häufiger auftretenden Hitzewellen durch den Klimawandel. Auch Trudeau sagte: «Wir haben in den vergangenen Jahren immer mehr extreme Wetterphänomene dieses Typs erlebt. Realistischerweise wissen wir also, dass diese Hitzewelle nicht die letzte sein wird.»

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(AFP/chk)

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