Ursache wird abgeklärt - Innert kurzer Zeit unüblich viele Magen-Darm-Erkrankungen registriert
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Ursache wird abgeklärtInnert kurzer Zeit unüblich viele Magen-Darm-Erkrankungen registriert

Um weitere Fälle zu verhindern, klärt der Kanton Luzern die Ursachen ab. Als Auslöser kommen etwa verunreinigtes Trinkwasser oder der Kontakt mit kontaminiertem Wasser in Frage.

von
Daniela Gigor
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In der Umgebung am Sempachersee sind aus unbekannten Gründen mehrere Personen an Magendarm-Infektionen erkrankt. 

In der Umgebung am Sempachersee sind aus unbekannten Gründen mehrere Personen an Magendarm-Infektionen erkrankt.

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Davon betroffen ist auch die Gegend von Pfaffnau. 

Davon betroffen ist auch die Gegend von Pfaffnau.

Gemeinde Pfaffnau

Darum gehts

  • Der Kanton Luzern hat informiert, dass es in den Gegenden von Pfaffnau und dem Sempachersee innert kurzer Zeit zu einem unüblichen Anstieg von Magen-Darm-Erkrankungen gekommen sei.

  • Betroffen sind insgesamt ungefähr 20 Personen.

  • Nun wird abgeklärt, wo die Ursachen für die Erkrankungen liegen.

Im Kanton Luzern ist es in den Gegenden von Pfaffnau und dem Sempachersee innert kurzer Zeit zu einem unüblichen Anstieg von Magen-Darm-Erkrankungen gekommen, wie der Kanton am Donnerstag mitteilte. Diverse Betroffene haben eine Ärztin oder einen Arzt aufgesucht, welche die Fälle dem Kanton gemeldet haben. Laut Silvio Arpagaus, Leiter der Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz des Kantons Luzern, waren ungefähr je zehn Personen in den Regionen Pfaffnau und am Sempachersee betroffen: «Die Erkrankten haben unter starkem Durchfall gelitten, waren teilweise entkräftet und mussten mit Antibiotika behandelt werden.»

Kein verunreinigtes Wasser in der Region Sempachersee

Gegenwärtig werden die Vorfälle abgeklärt. Um weitere Erkrankungsfälle zu verhindern, sollen allfällige Ursachen festgestellt und ausgeschalten werden. Dabei kommen verschiedene Auslöser in Frage. Ein Augenmerk liegt beim Trinkwasser, weil dieses durch die starken Niederschläge in verschiedenen Gemeinden beeinträchtig ist. Laut Arpagaus ist die Region Sempachersee aber nicht von verunreinigtem Wasser betroffen: «Bislang sind keine Verunreinigungen bekannt. Die Trinkwasserversorgungen beproben ihre Netze intensiv», sagt Arpagaus weiter.

Zu derartigen Infektionen kann aber auch der Kontakt mit fäkal kontaminiertem Wasser führen. Dies etwa beim Reinigen von Kellern, die wegen des Hochwassers vollgelaufen waren. Laut Arpagaus ist es aber noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen. Die Abklärungen sind im Gange.

Magen-Darm-Beschwerden sind in der Regel nicht gravierend

In den Gemeinden Pfaffnau, Sulz bei Hitzkirch und in Reussboden bei Inwil muss das Wasser gegenwärtig wegen bakteriologischer Verunreinigung vor der Verwendung abgekocht werden. Die Bevölkerung wird aufgerufen, dieser Anweisung Folge zu leisten. «Bei Kontakt mit Schmutzwasser ist eine Einnahme des Wassers zu verhindern und die üblichen Hygienemassnahmen wie gründliches Waschen sind zu befolgen», schreibt der Kanton weiter. Derartige Magen-Darm-Beschwerden verschwinden in der Regel wieder von selbst. Ein Arztbesuch sei nur in seltenen Fällen notwendig, so etwa bei starken Symptomen oder wenn diese länger andauern.

Bei einer bakteriologischen Verunreinigung des Trinkwassers muss dieses kurz aufgekocht werden und kräftig sprudeln. Das Abkochen garantiert das Abtöten allfälliger Krankheitserreger. Abkochen ist insbesondere für folgende Tätigkeiten notwendig.

Dafür sollte das Wasser abgekocht werden:

  • Trinken, Getränkezubereitung (z. B. Eiswürfel, Sirup)

  • Zur Nahrungszubereitung

  • Zähne putzen

  • Medizinische Zwecke (Wundreinigung, Nasenspülen usw.)

  • Abwaschen des Geschirrs von Hand

  • Kaffee, Teezubereitung mit Haushaltsgeräten

  • Waschen von Obst, Gemüse, Salat oder weiteren Lebensmitteln

  • Trinkwasser für empfindliche Haustiere

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