Häftling der Strafanstalt Gmünden mit Essensqualität unzufrieden
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Strafanstalt Gmünden, Niederteufen ARInsasse beschwert sich über «katastrophale» Gefängnisküche

Laut einem Insassen der offenen Strafanstalt Gmünden in Niederteufen AR ist das Essen eine Zumutung, einige Häftlinge seien bereits in Hungerstreik getreten. Die Kantonskanzlei Appenzell Ausserrhoden weist die Vorwürfe zurück.

von
Pascal Eicher
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 Ein Insasse der Strafanstalt Gmünden in Niederteufen AR bezeichnet das Essen im Gefängnis als «katastrophal».

Ein Insasse der Strafanstalt Gmünden in Niederteufen AR bezeichnet das Essen im Gefängnis als «katastrophal».

20Min/Pascal Eicher
Einige Insassen seien bereits in Hungerstreik getreten, behauptet er.

Einige Insassen seien bereits in Hungerstreik getreten, behauptet er.

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Die Strafanstalt dementiert die Vorwürfe.

Die Strafanstalt dementiert die Vorwürfe.

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Darum gehts

Ein Insasse der Strafanstalt Gmünden in Niederteufen AR ist mit dem Essen im Gefängnis gar nicht zufrieden. «Wir sind in einer katastrophalen Situation. Seit Monaten essen wir nicht mehr aus der Küche, sondern per Einkaufsliste», schreibt der anonyme Insasse in einem Brief an die 20-Minuten-Redaktion in St. Gallen.

Einige Insassen seien aufgrund der schlechten Essensqualität bereits in Hungerstreik getreten, heisst es im Brief weiter. Aber auch darauf habe man nicht reagiert. Der Insasse vergleicht die Situation in der Strafanstalt Gmünden sogar mit autoritären Regimes: «Wir leben hier in der Schweiz und nicht in der Diktatur von Nordkorea», schreibt er.

Strafanstalt dementiert die Vorwürfe

Auf Anfrage von 20 Minuten nimmt die Kantonskanzlei Appenzell Ausserrhoden in Absprache mit der Strafanstalt Gmünden Stellung zu den Vorwürfen des Insassen. «In den Gefängnissen Gmünden hat es 65 Insassen. Reklamationen erhalten wir wenige, den Insassen mundet das Essen mehrheitlich sehr gut», sagt Andreas Disch, stellvertretender Leiter des Kommunikationsdienstes der Kantonskanzlei AR. Es werde immer frisch gekocht und es kämen grundsätzlich nur regionale Produkte auf den Tisch, so Disch weiter.

Laut Disch gibt es in der Strafanstalt Gmünden auch keinen Hungerstreik im eigentlichen Sinne. «Hungerstreik wird als strikte Verweigerung des Essens und Trinkens definiert. Auffällig ist, dass die Gefangenen, die angeben, in den Hungerstreik getreten zu sein, zum Beispiel nur das Frühstück oder das Mittagessen nicht einnahmen», sagt Disch. Das Abendessen sei hingegen grundsätzlich regelmässig eingenommen worden, sagt Disch weiter.

Die vom Insassen angesprochene «Einkaufsliste» kommentiert Disch wie folgt: «Im geschlossenen Trakt, aus dem der Brief mit hoher Wahrscheinlichkeit stammt, gibt es keine Küche und auch keine Kochmöglichkeit. Jedoch haben die Gefangenen am internen Kiosk die Möglichkeit, Einkäufe zu tätigen».

Corona-Situation und Weihnachtszeit ohne Einfluss

Die Frage, ob möglicherweise die neuesten Covid-Massnahmen einen Einfluss auf die Stimmung der Insassen haben, verneint Disch. «Häftlinge im geschlossenen Trakt können Besuch empfangen. Auch mit den geltenden Corona-Massnahmen ist daran nichts geändert worden», sagt er. Des Weiteren sieht der Kommunikationsverantwortliche keinen Zusammenhang des Briefes mit der Weihnachtszeit. Auch um die Weihnachtszeit herum sei keine Häufung von Beschwerden bezüglich des Essens bemerkbar, so Disch.

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