US-Internierungslager - Insasse darf Guantanamo nach 20 Jahren verlassen
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US-InternierungslagerInsasse darf Guantanamo nach 20 Jahren verlassen

Nachdem die USA unter Präsident Trump fast keine Häftlinge mehr überstellten, ändert die Biden-Regierung den Kurs wieder. Vom betroffenen Häftling gehe keine Gefahr mehr aus.

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Auf dem amerikanischen Stützpunkt in Guantanamo Bay auf Kuba sitzen seit Jahrzehnten mutmassliche Islamisten, die im weltweiten Kampf gegen den Terrorismus von den USA und ihren Verbündeten verhaftet wurden.

Auf dem amerikanischen Stützpunkt in Guantanamo Bay auf Kuba sitzen seit Jahrzehnten mutmassliche Islamisten, die im weltweiten Kampf gegen den Terrorismus von den USA und ihren Verbündeten verhaftet wurden.

REUTERS
George W. Bush und sein Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatten das Internierungslager nach den Terrorangriffen am 11. September 2001 eröffnet.

George W. Bush und sein Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatten das Internierungslager nach den Terrorangriffen am 11. September 2001 eröffnet.

AFP
Gegen das Internierungslager regte sich immer wieder heftiger Widerstand.

Gegen das Internierungslager regte sich immer wieder heftiger Widerstand.

AFP

Darum gehts

  • Die US-Regierung hat einen Häftling aus dem Gefangenenlager in Guantanamo entlassen.

  • Der Mann war seit 2001 inhaftiert und wurde nun in sein Heimatland Marokko überstellt.

  • Damit bleiben noch 39 Personen auf dem US-Stützpunkt auf Kuba inhaftiert.

Rund sechs Monate nach Amtsantritt hat US-Präsident Joe Bidens Regierung erstmals einen Häftling aus dem Gefangenenlager Guantanamo an dessen Heimatland überstellt. Abdul Latif Nasir sei nach Marokko gebracht worden, weil er keine Bedrohung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten mehr darstelle, wie das US-Verteidigungsministerium am Montag mitteilte. Marokko habe Sicherheitsgarantien gegeben und eine «menschliche Behandlung» Nasirs zugesagt, hiess es. Nasir war gemäss der «New York Times» 2001 von den pakistanischen Behörden festgenommen worden, welche ihn anschliessend den Amerikanern übergaben.

Häftling hätte bereits 2016 entlassen werden sollen

In Guantanamo Bay in Kuba verbleiben damit noch 39 Häftlinge. Das Lager war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush errichtet worden, um mutmassliche islamistische Terroristen ohne Prozess festzuhalten. Bushs Nachfolger, der Demokrat Barack Obama, wollte es schliessen, scheiterte aber am Widerstand im US-Kongress. Der Republikaner Donald Trump wiederum wollte das Lager weiter offen halten. Nun bemüht sich Obamas einstiger Vizepräsident, der heutige Präsident Biden, erneut um eine Schliessung.

Der nach Marokko überstellte Nasir war von dem politischen Hin und Her in den USA direkt betroffen: Eine unter Obama eingesetzte Kommission empfahl 2016 seine Entlassung. Die nötigen Schritte konnten aber nicht mehr vor dem Regierungswechsel erfüllt werden – und Trump lehnte Entlassungen aus dem Lager strikt ab.

Die Pressemitteilung des Pentagons machte keine Angaben dazu, ob Nasir in Marokko inhaftiert bleiben oder freigelassen würde.

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(DPA/pme)

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