29.06.2020 05:21

Kreta, Zypern und Rhodos

Inselferien boomen – Schweizer reisen an den Strand statt in die Berge

Statt wie geplant die Ferien in den Schweizer Bergen zu verbringen, ändern viele Schweizer kurzfristig ihre Ferienpläne und reisen ans Meer. Grund dafür sind die tiefen Preise.

von
Barbara Scherer
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Die Schweizer wollen diesen Sommer an den Strand.

Die Schweizer wollen diesen Sommer an den Strand.

Keystone
Dabei hat Bundesrat Ueli Maurer Anfang Juni für Ferien in der Schweiz plädiert. Denn dem Schweizer Tourismus geht es wegen der Corona-Krise schlecht.

Dabei hat Bundesrat Ueli Maurer Anfang Juni für Ferien in der Schweiz plädiert. Denn dem Schweizer Tourismus geht es wegen der Corona-Krise schlecht.

Keystone
Viele sind dem Aufruf gefolgt und haben ihre Sommerferien in den Bergen gebucht.

Viele sind dem Aufruf gefolgt und haben ihre Sommerferien in den Bergen gebucht.

Keystone

Darum gehts

  • Schweizer buchen Sommerferien um: Statt in die Berge solls an den Strand gehen.
  • Grund dafür sind die tiefen Preise.
  • Beliebt sind vor allem griechische Inseln, die von der Corona-Pandemie grösstenteils verschont geblieben sind.

Um die einheimische Tourismusbranche zu retten, plädierte Bundesrat Ueli Maurer Anfang Juni für Ferien in der Schweiz. Viele folgten dem Aufruf und buchten ihre Sommerferien in den Bergen. Doch jetzt ändern immer mehr Leute kurzfristig ihre Pläne: Statt in die Alpen soll es im Sommer an den Strand gehen.

Hunderte Neubuchungen für Badeferien sind beim Reiseveranstalters ITS Coop diesen Monat reingekommen, wie die «SonntagsZeitung» (Bezahlartikel) schreibt. Denn Kurzentschlossene profitieren zurzeit von attraktiven Preisen, die das Tarifniveau von Ferien in der Schweiz deutlich unterschreiten.

Inseln ohne Corona-Fälle beliebt

Eine Woche Strandferien inklusive Flug und Mahlzeiten kostet für eine vierköpfige Familie im Moment nur 2000 bis 3000 Franken. Für diesen Preis gibt es in den Schweizer Bergen meist nur die Übernachtung für eine Woche. Dabei wirkt sich der tiefe Eurokurs zusätzlich preissenkend aus.

Besonders begehrt sind bei den spontanen Ferienbuchern die Inseln im östlichen Mittelmeer: Kreta, Rhodos und Zypern zählen zu den Spitzenreitern. Das liegt wohl daran, dass alle drei Inseln von der Corona-Pandemie weitestgehend verschont wurden. Zudem hat Griechenland rasch und überzeugend über umfangreiche Schutzkonzepte informiert.

Last-Minute-Rabatte möglich

Sollte die Nachfrage nach Strandferien weiterhin so ansteigen, könnten die Preise für Inselferien bald in die Höhe schiessen. Schliesslich passen Reiseveranstalter ihre Preise dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage an.

Allerdings könnten Reiselustige auch noch Mitte oder Ende Juli von Last-Minute-Rabatten profitieren, wie Andreas Restle, Chef von ITS Coop, zur «SonntagZeitung» sagt. Denn etwa in Spanien nimmt der Tourismus nach dem Lockdown nur zögerlich Fahrt auf. Dort werden noch viel mehr Hotels ihre Betriebe öffnen, was zu einem weiteren Preisrutsch führen könnte.

Vier Filialen müssen schliessen

Der Reiseanbieter Globetrotter schliesst wegen der Corona-Krise vier von 22 Filialen in der Schweiz. Betroffen sind die Filialen Zürich-Europaallee, Zürich-Löwenstrasse, Bern-Aarbergergasse und Interlaken BE. Die Schliessungen sollen bis spätestens Anfang kommenden Jahres durchgeführt werden. Der genaue Zeitpunkt ist noch offen. Wie viele Stellen abgebaut werden müssen, hat Globetrotter noch nicht kommuniziert. Aktuell beschäftigt der viertgrösste Schweizer Reiseanbieter 240 Mitarbeiter.

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140 Kommentare
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PREISE SENKEN

29.06.2020, 09:16

Die SCHWEIZ 🇨🇭 ist selber verantwortlich!! Wie wäre es Preise anpassen wenn man wirklich Gäste will. GEWINN EINMAL MINIMIEREN. Lieber jammern. POLITIK trägt Mitschuld... anstelle von Zahlungsleistungen an die Hoteliers etc. Preise senken .

Biker

29.06.2020, 09:05

Ich reise an meinen Bergsee, wo es wenig Leute hat. Da ist es im Sommer nicht 30, sondern 25 Grad. Es hat sogar ein Hotel und es ist nicht so bekannt. Bei Bikern vielleicht eher. Ort wird aber nicht verraten. Will kein Massentourismus....

Efri

29.06.2020, 08:57

BR Ueli Mauerer weibelt für Ferien in der Schweiz. Und zum Wiederholten Male: der Swiss Travel Pass ist immer noch für Schweizer nicht zu haben. Nur Touris können den lösen. Skandal hoch 5. Und Zimmerpreise in der Schweiz von über 100.- pro Nacht und Person und Nachtessen für 50.- pro Person wenn Wein dabei sein soll. Das reicht ungefähr dann für 2 Tage Ferien - dann bankrott.