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Renitente PatientenInselspital musste 2020 vier Mal pro Tag Sicherheitsdienst rufen

Im letzten Jahr mussten die Mitarbeitenden des Inselspital Bern rund 1600 Mal den Sicherheitsdienst alarmieren. Die Zahlen sind so hoch, wie in den letzten vier Jahren nicht mehr.

von
Lara Hofer
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Rund 1600 Übergriffe auf das Personal des Inselspitals Bern gab es im vergangenen Jahr. Im Jahr 2016 waren es nur 600. Die Zahl steigt Jahr für Jahr konstant an. 

Rund 1600 Übergriffe auf das Personal des Inselspitals Bern gab es im vergangenen Jahr. Im Jahr 2016 waren es nur 600. Die Zahl steigt Jahr für Jahr konstant an.

Rapahel Moser
Häufig ist Alkohol im Spiel, wenn sich Patienten renitent verhalten.

Häufig ist Alkohol im Spiel, wenn sich Patienten renitent verhalten.

Symbolbild / Getty Images / iStockphoto

Darum gehts

  • Physische Angriffe und aggressives Verhalten von Patientinnen und Patienten erschweren den Alltag der Spital-Mitarbeitenden.

  • 1600 Fälle solcher Übergriffe wurden letztes Jahr im Notfallzentrum des Inselspitals gezählt.

  • Das sind rund drei Mal so viele Fälle wie noch im Jahr 2016 – und 20 Prozent mehr als im Jahr 2019.

Die Zahlen sind erschreckend: Mehr als vier Mal pro Tag musste das Personal des Inselspital Bern im vergangenen Jahr durchschnittlich Verstärkung anfordern – und den hauseigenen Sicherheitsdienst zur Hilfe ziehen. «Die Mitarbeitenden werden in solchen Fällen nicht nur verbal, sondern vor allem auch körperlich angegriffen», so Adrian Grob, Insel-Mediensprecher, im Interview mit «Energy Bern».

Rund 1600 Fälle solcher Übergriffe seien im vergangen Jahr beim hauseigenen Sicherheitsdienst des Inselspitals gemeldet worden. Das sind rund 20 Prozent mehr als im Jahr 2019. «Schlimm ist vor allem, dass im Corona-Jahr die Zahl der Patienten eigentlich abgenommen hat – gleichzeitig aber die aggressiven Übergriffe so massiv zugenommen haben», so Grob gegenüber dem Radiosender.

Häufig ist Alkohol im Spiel

Hinter den Übergriffen stecken vor allem renitente Personen, die sich den Weisungen der Spitalmitarbeitenden hartnäckig widersetzen. «Nebst den physischen Attacken gegen das Personal kommt es auch vor, dass sich Patientinnen und Patienten durch ihr aggressives Verhalten selbst in Gefahr bringen», so Grob. Diese Personen müssten dann umgehend vor sich selbst geschützt werden. «In solchen Fällen ist häufig auch Alkohol im Spiel.»

Das Pflegepersonal hofft nun, dass sich die Lage im laufenden Jahr wieder entspannen wird, so dass auch die Notfall-Mitarbeiter wieder ein wenig aufatmen können - und dass dann auch das aggressive Verhalten gegenüber Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pflegepersonal wieder abnimmt.

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