SNB-Stabilitätsbericht: Insider machten mit CS-Kurzsturz den Reibach
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SNB-StabilitätsberichtInsider machten mit CS-Kurzsturz den Reibach

Informierte Kreise wussten bereits vor der offiziellen Bekanntgabe über das harte Verdikt der Nationalbank gegen die CS. Sie nutzten das aus und machten mit Verkaufsoptionen das grosse Geschäft.

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sas/sda
Nach dem Absturz vom Donnerstag haben die Aktien der CS im am Freitag einen Teil der herben Verluste des Vortages wettgemacht.

Nach dem Absturz vom Donnerstag haben die Aktien der CS im am Freitag einen Teil der herben Verluste des Vortages wettgemacht.

Mit der offiziellen Veröffentlichung des Stabilitätsberichts am Donnerstag um 10 Uhr schickte die Nationalbank die Aktie der Credit Suisse auf Talfahrt. Der Bericht verwies auf Mängel bei der Eigenkapitalbasis der Grossbank, worauf die Aktie über 10 Prozent ihres Wertes verlor und kurzzeitig sogar vom Handel ausgesetzt wurde. Nicht alle haben mit diesem Absturz, der rund zwei Milliarden Franken Börsenwert vernichtete, aber Geld verloren.

Die SNB hatte ihren Bericht angesichts des komplexen Inhalts nämlich – wie in früheren Jahren auch – bereits am Montag vor Journalisten erläutert und an interessierte Kreise verschickt. Die Sperrfrist der Informationen lautete auf die Uhrzeit der offiziellen Präsentation am Donnerstag.

Put-Optionen-Volumen stieg bereits am Montag

Gemäss Medienberichten vom Freitag haben einige Anleger oder Journalisten ihren Wissensvorsprung für Wetten auf einen Kurszerfall eingesetzt und sind sogenannte Verkaufsoptionen (Put-Optionen) eingegangen. Mit diesem Instrument kann ein Inhaber Aktien zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis verkaufen. Fällt die Aktie, steigt der Kurs der Option – und der Inhaber verdient Geld.

Das Volumen der Put-Optionen auf CS-Aktien mit einem Ausübungspreis von 19 Franken war bereits am Montag gestiegen. Die Woche davor wurde die Verkaufsoption kaum nachgefragt. Die Schweizer Börse SIX wollte sich am Freitag nicht dazu äussern, ob sie eine Untersuchung in diesem Zusammenhang startet.

SNB gibt sich unschuldig

Die SNB-Führung zeigte sich überrascht darüber, dass der Markt so stark auf den Bericht reagiere, denn er basiere nur auf öffentlich zugänglichen Daten und er betone, die grundsätzliche Lage der Schweizer Grossbanken sei gut.

Schon im letztjährigen Finanzbericht sei die Aussage enthalten, dass bei beiden Grossbanken ein weiterer Aufbau von verlustabsorbierendem Kapital notwendig sei, erklärte ein SNB- Sprecher am Freitag. Dennoch wolle die SNB ihre Praxis der Vorinformation überprüfen.

Aktie steigt wieder

Nach dem Absturz vom Donnerstag haben die Aktien der CS am Freitag einen Teil der herben Verluste des Vortages wettgemacht. Das Papier stand bei sehr hohen Volumen und in einem knapp positiven Gesamtmarkt gegen 16 Uhr bei 17.52 Franken. Auch die UBS-Papiere legten zu und standen um rund 16 Uhr ein Prozent im Plus. Händler sprachen vor allem von einer technischen Erholung nach den Verlusten am Vortag.

Analysten der Bank Notenstein führen den starken Verlust der CS-Aktie aber nicht nur auf den SNB-Bericht zurück. Es handle sich um eine Kombination aus verschiedenen Faktoren, welche die Geduld der Anleger zum Bersten gebracht habe. So habe bereits am Montag die Ratingagentur Moody's die Banken kritisiert und von möglicher Abstufung um bis zu drei Stufen gesprochen.

Am Tag darauf habe dann die französische Bank Société Générale im Rahmen einer Studie zum Bankensektor die CS-Papiere zum Verkauf empfohlen. Dann sei am Donnerstag die SNB mit ihren Aussagen gekommen, was womöglich den Geduldsfaden der Anleger überstrapaziert habe.

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