Paris: Inspirierte Spielberg-Film – Flüchtling stirbt nach 18 Jahren im Flughafen

Publiziert

ParisInspirierte Spielberg-Film – Flüchtling stirbt nach 18 Jahren im Flughafen

Seit 1988 lebte Mehran Karimi Nasseri an einem Terminal im Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Nun ist der Iraner, der als Basis für den Film «Terminal» diente, 76-jährig gestorben.

1 / 6
Mehran Karimi Nasseri ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

Mehran Karimi Nasseri ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

AFP
Der Iraner lebte 18 Jahre lang an einem Terminal im französischen Flughafen Charles de Gaulle in der Landeshauptstadt.

Der Iraner lebte 18 Jahre lang an einem Terminal im französischen Flughafen Charles de Gaulle in der Landeshauptstadt.

AFP
Seine Geschichte inspirierte den weltbekannten Regisseur Steven Spielberg zum Film «Terminal».

Seine Geschichte inspirierte den weltbekannten Regisseur Steven Spielberg zum Film «Terminal».

AFP

Darum gehts

  • Mehran Karimi Nasseri ist am Flughafen Charles de Gaulle, wo er die letzten 18 Jahre verbrachte, gestorben.

  • Der iranische Flüchtling verlor bei einer Zwischenlandung 1988 im Transitbereich seine Papiere.

  • Seine Geschichte inspirierte den weltbekannten Regisseur Steven Spielberg zum Film «Terminal».

Der iranische Flüchtling, der 18 Jahre lang im Pariser Flughafen Charles de Gaulle gelebt und Steven Spielberg zu seinem Film «Terminal» inspiriert hat, ist tot. Mehran Karimi Nasseri sei am Samstagmittag im Terminal 2 F des Flughafens eines natürlichen Todes gestorben, bestätigte ein Flughafensprecher der Deutschen Presse-Agentur in Paris. Mitte September sei Nasseri (76), der sich selbst Sir Alfred nannte, wieder in den Flughafen eingezogen, nachdem er zuvor im Heim und zuletzt im Hotel gelebt hatte.

Nasseri blieb freiwillig am Flughafen

Bei einer Zwischenlandung 1988 hatte der Iraner im Transitbereich seine Papiere verloren. Er konnte seinen Flüchtlingsstatus nicht mehr nachweisen und durfte nun weder weiterreisen noch den Flughafen verlassen. Er richtete sich daraufhin im Terminal 1 ein. Jahrelang bemühte er sich vergeblich in mehreren Ländern Europas um Aufnahme. 1999 bekam er ein Visum für Frankreich, blieb aber in seiner Nische unter einer Flughafenrolltreppe, wo er sich häuslich eingerichtet hatte.

Hast du den Film «Terminal» gesehen?

Nannte sich selbst «Terminal-Mann»

Erst 2006 verliess er für einen Spitalaufenthalt den Airport und lebte danach in einem Heim. Nasseris Geschichte inspirierte Steven Spielberg 2004 zu seinem Film «Terminal» mit Tom Hanks. Mit dem Geld, das er für den Film bekam, zog Nasseri in ein Hotel um. Seit einigen Wochen aber lebte er wieder im Flughafen und sass stets an derselben Stelle mit seinen Habseligkeiten in einem Trolley, berichteten Flughafenangestellte der Zeitung «Le Parisien». Er habe zuletzt kaum noch gesprochen und in die Leere gestarrt. Nach dem Tod des «Terminal-Manns», wie er sich in einem autobiografischen Roman selbst nannte, deckte der Flughafen seinen Platz mit einem weissen Laken ab. 

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

(DPA/bho)

Deine Meinung