Aktualisiert 26.02.2010 14:25

KleiderindustrieIntegrationsprobleme drücken Calida-Gewinn

Die Restrukturierung seiner französischen Tochter Aubade hat dem Wäschehersteller Calida einen Millionenverlust beschert: Unter dem Strich resultierte 2009 ein Minus von 39 Millionen Franken.

Ohne die Probleme bei der französischen Luxus-Lingerie-Tochter Aubade hätte das Unternehmen 2009 auf operativer Ebene stark zugelegt: Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg um 31,4 Prozent auf 20,9 Mio. Franken, wie Calida-Chef Felix Sulzberger am Freitag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich sagte.

Dies sei das beste operative Ergebnis seit dem Börsengang des Unternehmens 1987, sagte Sulzberger. «Dass wir so etwas ausgerechnet in einem Krisenjahr wie 2009 erreichen, bestätigt uns, dass wir auf Kurs sind.»

Im Widerspruch zum Resultat steht laut Sulzberger der Verlust von 39 Mio. Franken. Calida musste wegen der Restrukturierungen bei Aubade rund 60 Mio. Fr. abschreiben und am Aubade-Standort in Westfrankreich 100 Stellen streichen.

Belastet wurde das Ergebnis zudem vom starken Franken: Währungsbereinigt betrug der Umsatzrückgang nur 3,5 Prozent. Vor einem Jahr hatte Calida noch einen Reingewinn von 10,6 Mio. Fr. erzielt.

Eigene Calida-Shops stark

Jeden zweiten Umsatz-Franken machte das Unternehmen letztes Jahr in eigenen Calida-Shops. Die Läden erzielten währungs- und flächenbereinigt ein Umsatzwachstum von 4 Prozent. Die Marke Calida verzeichnete einen realen Umsatzrückgang von 1,7 Prozent auf 150,4 Mio. Franken. Der Gewinn betrug über 22 Mio. Franken.

Bei Aubade wurden mehr als ein Fünftel des Umsatzes in eigenen Läden erzielt. Der Umsatzrückgang belief sich auf 7,5 Prozent. Diese Zahl halte sich angesichts «ungünstiger Marktvoraussetzungen und betrieblicher Unruhen durch die Restrukturierungen in akzeptablen Grenzen», sagte Sulzberger.

«Ein gesundes Unternehmen»

Zusammenfassend lasse sich festhalten, dass sich die Calida- Gruppe in einem «äusserst soliden und gesunden Zustand» befinde und über eine «saubere Bilanz» verfüge, ergänzte Finanzchef Andreas Lindemann.

Prognosen für das laufende Jahr wollte Calida-Chef Sulzberger nur vage abgeben. Die wirtschaftlichen Aussichten in Bezug auf das Konsumverhalten seien «unsicher». Trotzdem sei das Unternehmen zuversichtlich und gehe von einem leichten Gruppenwachstum aus. Auf operativer Ebene werde ein leichter Gewinnanstieg erwartet.

Neue Läden, neue Länder

Der Wäschehersteller will sein Retail-Netz weiter ausbauen. Es sollen rund zehn zusätzliche Calida-Shops und fünf Aubade-Shops eröffnet werden. Als mögliche Destinationen kämen auch Paris oder London in Frage, fügte Sulzberger an.

Auch die skandinavischen Märkte, die Benelux-Staaten oder Italien eigneten sich für eine Expansion. «Calida geht aber sicher nicht in exotische Märkte wie Osteuropa», sagte Sulzberger weiter.

Bei beiden Marken sollen weitere Produktsegmente eingeführt werden, beispielsweise Strumpfware oder Schuhe. Nachdem die Restrukturierungen Ende Jahr abgeschlossen wurden, will das Unternehmen nun externe Projekte prüfen.

«Wir suchen etwas mit möglichst internationaler Diversifikation, das in einem ähnlichen Geschäftsumfeld angesiedelt ist», erläuterte Sulzberger. Es müsse sich nicht um Wäsche selbst handeln, aber einen Berührungspunkt dazu bieten. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.