Smarte Gehhilfe: Intelligente Prothese erleichtert das Leben
Aktualisiert

Smarte GehhilfeIntelligente Prothese erleichtert das Leben

Ein neuartiges Roboterbein erlaubt Beinamputierten natürlichere Bewegungsabläufe – in Alltag und Sport.

von
Maja Schaffner
Diese smarte Gehhilfe imitiert die Bewegungen des gesunden Beins.

Diese smarte Gehhilfe imitiert die Bewegungen des gesunden Beins.

Herkömmliche Beinprothesen sind zwar an den Gelenken beweglich, können aber nicht aktiv Kraft ausüben. Das heisst für den Träger, dass er sich beispielsweise beim Treppensteigen mit dem künstlichen Bein nicht abstossen kann.

Dagegen unterstützen neuere Prothesen Bewegungen mit Hilfe eingebauter Motoren. Doch: «Menschen mit solchen Prothesen fühlen sich oft bevormundet », erklärt Robert Riener, Professor für Sensomotorische Systeme an der ETH Zürich und der Uniklinik Balgrist. Der Grund: Die künstlichen Gliedmassen führen so etwas wie ein Eigenleben. Sie geben vor, wie viel Kraft sie erzeugen und wie stark sich Gelenke beugen. Gewisse Bewegungen sind deshalb gar nicht möglich.

Das will Rieners Forschungsgruppe ändern. «Unsere Idee ist eine Prothese, die genau das macht, was ihr Träger möchte», sagt Doktorandin Anna Pagel. Dazu hat sie zusammen mit ihren Kollegen ein System entwickelt, bei dem Sensoren messen, wie sich das gesunde Bein bewegt. Daraus berechnet die Prothese ihre Bewegungen und die dazu notwendigen Kräfte. Und gleicht sich dabei laufend mit den Bewegungen des gesunden Bein ab. Dadurch wird zum Beispiel normales Treppensteigen möglich.

Das neue Roboterbein ist zwar momentan erst ein Prototyp. Doch zukünftig sollen Beinamputierte derartige Gehhilfen sowohl im Alltag wie auch beim Sport (siehe Infobox) tragen können.

Wettkampf der Cyborgs

Wie gut sich die Prothesen der Zukunft im sportlichen Wettkampf bewähren, wird am ersten Cybathlon 2016 in Zürich zu sehen sein. Athleten bewältigen mit Rollstühlen oder Beinprothesen Parcours mit Rampen, Treppen und anderen Hindernissen. Menschen mit Armprothesen wetteifern um die genausten Bewegungen. Und sogar vollständig Gelähmte fahren mittels elektrischer Stimulation ihrer Muskeln Fahrrad oder bestreiten via Computer-Interface mit ihren Gehirnströmen virtuelle Autorennen. MAS

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

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