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Intercontainer-Interfrigo streicht 40 Stellen

Das Bahnfracht- Unternehmen Intercontainer- Interfrigo (ICF) kommt nicht zur Ruhe.

Nach einem erneuten Millionenverlust im Geschäftsjahr 2004 richtet sich ICF neu aus und baut am Hauptsitz Basel erneut Stellen ab: 40 Jobs verschwinden.

Erst im vergangenen Oktober hatte ICF den Abbau von 70 Stellen angekündigt. Am Freitag gab das Unternehmen bekannt, dass der seit Jahren anhaltende Aderlass weiter geht. Künftig will ICF noch 110 Personen beschäftigen. In den besten Zeiten waren es über 400.

Für die vom Abbau in Basel Betroffenen werde ein Sozialplan erstellt, teilte ICF mit. In den meisten Fallen kommt es zur Entlassung, wie es auf Anfrage hiess.

Verlust weiter gestiegen

Im Geschäftsjahr 2004 hat die europaweit im kombinierten Verkehr Strasse/Schiene tätige ICF einen Umsatzrückgang um 5,6 Prozent auf 261 Mio. Euro hinnehmen müssen. Der Nettoverlust erhöhte sich von 3,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 8,6 Mio. Euro. Das Transportvolumen ging um 4,3 Prozent auf 702 800 TEU-Einheiten zurück. Die Zahl der eigenen Eisenbahn-Waggons sank um 219 auf 4684.

Mit einer weiteren Umstrukturierung will ICF nun in die Gewinnzone zurückkehren: Ab Mitte Juli will sich das Unternehmen auf die erfolgversprechenden intermodalen Transporte zwischen Westeuropa und Mittel-, Ost- und Südosteuropa konzentrieren. Auch die Shuttle-Verkehr mit der Schweizen bleibt im Programm.

Bereits per 16. Juli wieder eingestellt werden dagegen die erst mit dem Winterfahrplan 2004/05 eingeführten direkten Shuttle-Züge Belgien-Italien, Belgien-Spanien und Belgien-Frankreich. Diese Züge hätten die Rentabilitätsanforderungen nicht erfüllt, und die Prognosen seien kurz- und mittelfristig ungenügend, begründete ICF den Entscheid.

Zu schaffen machten ICF neben der schlechten Wirtschaftslage die nach wie vor ungenügende Traktionsqualität der Bahnunternehmen und Preiserhöhungen, die nicht an die Kundschaft weitergegeben werden konnten. Von der Konzentration auf erfolgversprechende Routen erhofft sich ICF schon im vierten Quartal des laufenden Jahres ein positives Betriebsergebnis.

China im Visier

Eine positive Entwicklung erwartet ICF namentlich in Osteuropa, weshalb dort das Engagement verstärkt wird. Auch China ist für das Bahnfrachtunternehmen ein Thema, weshalb schon Testzüge über die Transsibirische Eisenbahnlinie ins Reich der Mitte geschickt wurden.

ICF war 1992 durch die Fusion von Inrercontainer und Interfrigo entstanden. Das Unternehmen gehört europäischen Bahngesellschaften und hat seinen juristischen Sitz in Brüssel, den Hauptsitz jedoch in Basel. Im Verwaltungsrat sind seit 2004 nur noch die vier grössten Aktionäre SNCF, SNCB, Railion und Trenitalia vertreten.

(sda)

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