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Lebensgrosse StatueInterlaken ehrt Bollywood-Regisseur Yash Chopra

Dank Yash Chopras Bollywood-Filmen boomt der indische Tourismus in Interlaken. Fans des Erfolgsregisseurs können dort nun ein Selfie mit seiner Statue machen.

von
Katrin Freiburghaus

Wenn Bollywood-Stars in Filmen wie «Veer-Zaara» oder «Chandni» anfangen zu singen, kann es gut sein, dass Schweizer die Landschaft wiedererkennen: Viele der Gesangs-Szenen wurden nämlich im Berner Oberland gedreht. Auch der indische Regisseur Yash Chopra hat Szenen für zehn seiner Filme vor der Berner Bergkulisse gedreht – und etablierte Interlaken so als beliebte Tourismusdestination bei den Indern. Interlaken Tourismus und die Jungfraubahnen ehren den 2012 verstorbenen «König der Romanzen» nun mit einer lebensgrossen Bronze-Statue im Kursaal-Garten.

Die Statue wurde am Mittwochabend feierlich eingeweiht: «Es war eine geschlossene Gesellschaft mit Gästen aus Indien und aus der Schweiz», sagt der Interlakner Tourismusdirektor Stefan Otz gegenüber 20 Minuten. Aus Indien reisten 19 Gäste an, mehrheitlich Freunde und Familie von Chopra. Darunter waren auch seine Witwe Pamela Chopra und seine Schwiegertochter Rani Mukerji, eine erfolgreiche Bollywood-Schauspielerin. «Er war immer sehr glücklich in der Jungfrauregion. Er machte hier seine beste Arbeit», sagte Pamela Chopra an der Veranstaltung über ihren verstorbenen Mann. Die beiden verbrachten 1970 ihre Flitterwochen im Berner Oberland – und entdeckten dabei die Berge als Filmkulisse.

Selfies mit der Statue und dem Bollywood-Star

Als Standort für Chopras Abbild wurde der Kursaal-Garten in Interlaken gewählt. «Es ist das erste Denkmal dort», sagt Otz. Gewählt wurde der Garten wegen seiner Beliebtheit und seiner schönen Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. «Die Statue wird bei den indischen Gästen ein beliebtes Fotosujet sein.» Das bestätigte sich noch während der Einweihung: Indische Touristen machten Selfies mit der Statue und mit Rani Mukarji. Auch der Bollywood-Star knipste ihren bronzenen Schwiegervater: «Ich freue mich, ein Selfie mit der Yash Chopra Statue zu machen. Ich vermisse ihn», sagte sie.

Die Idee, Chopra mit einer Statue zu ehren, entstand bereits 2014. «Die Herstellung und die Suche nach einem geeigneten Standort brauchte aber viel Zeit», so Otz. Die Statue ist nämlich eine Kopie der, die vor den Chopra-Filmstudios Yash Raj Films in Mumbai steht. Das Geschenk der Familie Chopra hat laut Otz eine lange Reise hinter sich: «Die Statue wurde in Indien hergestellt und auf dem Schiffweg über Rotterdam nach Interlaken gebracht.»

«Indische Gäste wollen Drehorte besuchen»

Die Statue ist nicht die erste Ehrung, die Chopra in Interlaken erhalten hat. «Er hat im Jahr 2011 von der Gemeinde Interlaken als Erster den Titel als ‹Ambassador of Interlaken› bekommen», so Otz. Damit werden Personen geehrt, die die touristische Entwicklung des Orts beeinflussen. Auch eine Suite im Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa und ein Zug der Jungfraubahn wurden in dem Jahr nach ihm benannt. «Wir haben viele indische Gäste, die die Drehorte besuchen und den Schnee auf dem Jungfraujoch berühren wollen», begründet Jungfraubahnen-Sprecherin Patrizia Bickel die Zugtaufe.

Auch Interlaken profitiert von Chopras Filmen, wie Otz sagt: «Dank ihm hat der indische Tourismus angefangen zu boomen.» 65'000 Logiernächte seien allein 2015 von indischen Gästen gebucht worden. «Sie gehören somit zu den top fünf.» Auch Bickel betont die Bedeutung von Bollywood für den indischen Tourismus in der Jungfrauregion: «Yash Chopra hat viel zur Popularität des Jungfraujochs und der Region in Indien beigetragen.»

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