Spionage: Internationale Hacker griffen Berset und Cassis an

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SpionageInternationale Hacker griffen Berset und Cassis an

Die «Sunday Times» hat am Samstagabend einen Hacker-Skandal enthüllt. Hunderte Unternehmer, Regierungsvertreter und Sport-Funktionäre sind betroffen.

von
Dominik Fischer
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Die Bundesräte Alain Berset (links) und Ignazio Cassis sollen Opfer von Cyberattacken geworden sein. 

Die Bundesräte Alain Berset (links) und Ignazio Cassis sollen Opfer von Cyberattacken geworden sein. 

Reuters
Mehr als 100 weitere Personen sollen ins Visier indischer Hacker geraten sein, die im Auftrag von Privatdetektiven aus London und der Schweiz handelten. 

Mehr als 100 weitere Personen sollen ins Visier indischer Hacker geraten sein, die im Auftrag von Privatdetektiven aus London und der Schweiz handelten. 

Reuters
Auch der ehemalige Uefa-Chef Michel Platini stand auf der Liste der Hacker. 

Auch der ehemalige Uefa-Chef Michel Platini stand auf der Liste der Hacker. 

IMAGO/PA Images

Darum gehts

Eine in Indien ansässige Hacker-Gruppe soll im Auftrag von Privatdetektiven weltweit wichtige Personen aus Wirtschaft, Politik, Journalismus und Sport angegriffen haben. Dies geht aus Enthüllungen der «Sunday Times» (Bezahltitel) hervor. Zahlreiche der Personen hätten die Fussball-WM in Katar kritisiert. 

Unter den Zielen seien dabei auch die Bundesräte Alain Berset und Ignazio Cassis gewesen, ebenso wie der ehemalige Uefa-Chef Michel Platini, wie die Zeitungen der Tamedia berichten. Der Auftrag, die Bundesräte zu attackieren, soll erst im Mai 2022 gegeben worden sein, kurz nachdem Ignazio Cassis Boris Johnson und Liz Truss in London besuchte. Im Fall der beiden Bundesräte besässe das britische Recherche-Team «Beweise», dass die Inder die Hackingaufträge ausgeführt hätten. 

Auftraggeber haben Büros in der Schweiz

Besonders brisant: Auch die Auftraggeber der Hacking-Angriffe haben Verbindungen in die Schweiz. Gemäss der Recherche der «Sunday Times» in Zusammenarbeit mit dem britischen Bureau of Investigative Journalism haben die Privatdetektive ihre Büros in London und der Schweiz. 

Insgesamt sollen die Hacker versucht haben, die E-Mail-Konten von mehr als 100 Personen zu knacken. Gemäss Bericht der «Sunday Times» hat die Zeitung den Chef der Hacker-Firma in eine Falle gelockt, indem sich Journalisten als Privatermittler ausgaben.

Daraufhin soll der indische Chef damit angegeben haben, im Auftrag von Katar «hochrangige Personen» zu attackieren, die mit dem Weltfussballverband Fifa in Verbindung stehen. Zudem behauptete er, von einem Westschweizer Unternehmer beauftragt worden zu sein. Katar bestreitet über Anwälte den Vorwurf, Hacker beauftragt zu haben, wie der «Tagesanzeiger» schreibt.

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