18.05.2016 14:49

Österreicher abgezockt

Internationale Suche nach Schweizer Betrügerin

Eine Schweizerin und ihr Mann sollen Privatpersonen und Firmen in Österreich übers Ohr gehauen haben. Als die Polizei eingeschaltet wurde, flohen sie ins Ausland.

von
vro
Das Paar wohnte laut ORF in Kirchberg in Tirol.

Das Paar wohnte laut ORF in Kirchberg in Tirol.

Kein Anbieter/Wikipedia/JoJan

Die österreichischen Behörden erheben schwere Vorwürfe gegen eine 52-jährige Schweizerin: Sie soll zusammen mit ihrem Ehemann, einem 68-jährigen Niederländer, von Januar 2015 bis Februar dieses Jahres 20 Firmen und Privatpersonen im Tirol um insgesamt 176'000 Euro (knapp 200'000 Franken) betrogen haben. Weitere Opfer schliesst die Polizei nicht aus.

Das Paar wohnte während dieser Zeit in Kirchberg in Tirol und hatte im naheliegenden Ellmau eine Bar gepachtet, wie ORF schreibt. Dieses liessen sie von Handwerksbetrieben aus der Region sanieren. Bezahlt hätten sie jedoch nie. Zudem überredeten die beiden Bekannte, ihnen kurzfristige Darlehen zu gewähren, und machten «abenteuerliche Gewinnversprechungen mit Investmentgeschäften», wie die Polizei in einer Mitteilung schreibt. Auch dieses Geld hätten die Gläubiger nie mehr gesehen.

Europäischer Haftbefehl ausgestellt

Der Mann soll zum Teil allein, aber auch im Zusammenwirken mit seiner Frau gehandelt haben, schreibt die Polizei weiter. Laut ORF flog der Betrug auf, als einige Firmen Mahnungen verschickten und den Fall bei der Polizei meldeten.

Der 68-Jährige liess sich im Februar schliesslich von einem Autohändler in Kitzbühel einen Vorführwagen – einen grauen Citroën Picasso – aushändigen und setzte sich damit ins Ausland ab. Jetzt werden die beiden mit europäischem Haftbefehl gesucht.

Die Polizei beschreibt den Mann als 1,65 bis 1,75 Meter gross, von mittlerer Statur mit grauen Haaren, hoher Stirn und einem gepflegtem Auftreten. Die Schweizerin sei 1,60 bis 1,70 Meter gross, schlank, zierlich und gepflegt und habe ein seriöses Auftreten. Sie verständige sich auf Schweizerdeutsch und Hochdeutsch, aber auch auf Niederländisch, Englisch, Spanisch und Französisch.

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