Cablecom-Ausfall: Internet-Attacke verursachte Störung
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Cablecom-AusfallInternet-Attacke verursachte Störung

Die Störung bei Cablecom vom vergangenen Montagmittag ist auf Internetattacken gegen einen Geschäftskunden des Kabelnetzbetreibers zurückzuführen. Dies sagte Cablecom-Informationschef Hans-Peter Nehmer am Mittwoch auf Anfrage.

Auf Grund des Angriffs auf die eigene Netzwerk-Infrastruktur hat Cablecom Anzeige gegen Unbekannt erstattet, wie Nehmer weiter sagte. Als Sofortmassnahme sei das Alarmsystem optimiert worden. Dadurch werde Cablecom bei einer allfälligen künftigen Internetattacke noch schneller alarmiert und könne die Dauer einer Störung weiter verkürzen.

«Ursache waren Internetattacken - so genannte Distributed Denials of Service (DDoS) - aus dem europäischen Raum auf einen unserer Business-Kunden», wie Nehmer erklärte. Nachdem erste Massnahmen dagegen eingeleitet worden seien, habe sich der Angriff gezielt auf die gesamte Infrastruktur von Cablecom ausgeweitet. Der Internetverkehr habe sich in der Folge ab Zürich in das internationale und nationale Hauptnetz (Backbone) auf mehrere Gigabit Bandbreite erhöht und das zusätzlich zum normalen Internetverkehr. Durch diesen rasanten Anstieg des eingehenden Datenverkehrs seien Internet- sowie Telefoniedienste im Grossraum Zürich und Umgebung kurzfristig eingeschränkt oder nicht verfügbar gewesen.

Betroffen gewesen sei knapp ein Drittel der Kunden, also rund 90.000 Menschen, die zwischen 12.50 und 13.50 Uhr nicht hätten telefonieren oder nicht ins Intenet hätten gehen können. Cablecom habe in der Folge den Internetverkehr über alternative Internetanbindung in das internationale Netz umgeleitet, was auch funktioniert habe. Deshalb seien bereits nach einer Stunde alle Dienste für die Kunden wieder vollumfänglich verfügbar gewesen. Danach sei an den Eingangspunkten der Cablecom Backbone sowie in den internationalen Internetbackbone der angreifende Verkehr unterbunden worden, um schliesslich den zuvor abgeschalteten Internetzugang wieder aktivieren zu können, wie Nehmer weiter erklärte. (dapd)

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