«Sehr erfolgreich»: Internet-Fahndung fördert Hooligans zutage
Aktualisiert

«Sehr erfolgreich»Internet-Fahndung fördert Hooligans zutage

Die St. Galler Internet-Fahndung mit Bildern mutmasslicher Fussball-Hooligans zeigt Erfolg: Am zweiten Tag haben sich drei der 18 Gesuchten selber bei der Polizei gemeldet. Ein vierter wurde durch Hinweise aus der Bevölkerung gefunden.

Dies sagte der zuständige Untersuchungsrichter Simon Burger am Mittwoch auf Anfrage. Die Fahndung sei «sehr erfolgreich». Seit der Veröffentlichung der Bilder am Dienstag seien laufend Hinweise eingegangen. Von den 18 Gesuchten seien vier gefunden; zu fünf weiteren gebe es Hinweise.

Laut Burger wurde die von der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft aufgeschaltete Internetseite mit den Bildern der mutmasslichen Randalierer über 16 000 Mal angeklickt. Der Untersuchungsrichter erwartet, dass noch weitere Gesuchte identifiziert werden.

Die Randalierer hatten am 20. Mai 2008 nach dem Fussballspiel FC St. Gallen gegen AC Bellinzona im Stadion Espenmoos Sachschaden von 150 000 Franken angerichtet. Die Polizei stürmte das Stadion mit einem Grossaufgebot, konnte aber die massiven Ausschreitungen nicht verhindern.

Strafverfahren und Verhaftungen

Im vergangenen November eröffneten die Behörden Strafverfahren gegen 30 Personen, die meisten von ihnen Schweizer im Alter von 18 bis 22 Jahren. Acht Verdächtige wurden Anfang Dezember in einer konzertierten Aktion vorübergehend verhaftet.

18 weitere mutmassliche Hooligans konnten nicht identifiziert werden. Um sie zu finden, veröffentlichten Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt Bilder im Internet. Sie riefen die Bevölkerung auf, bei der Identifizierung der Gesuchten zu helfen.

Den Hooligans werden Sachbeschädigung, Landfriedensbruch sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte vorgeworfen. Beim Barragespiel vom 20. Mai 2008 war der FC St. Gallen in die Challenge League abgestiegen. (sda)

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