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Internet-Hit: Michael Moore platzt der Kragen

Ein Interview auf CNN mit dem unbequemen US-Dokumentarfilmer wird zum YouTube-Hit: Michael Moore nahm live auf Sendung kein Blatt vor den Mund und bezeichnete US-Nachrichtensendungen als «Schrott».

Michael Moores neuster Streich «Sicko», in dem sich der streitlustige Regisseur mit dem US-Gesundheitssystem anlegt, sorgt für grosse Diskussionen in den Vereinigten Staaten. Der Dokumentarfilm - in den Billboard Charts auf Platz neun eingestiegen - wird von Pharma-Unternehmen und Krankenkassen scharf angegriffen, weil er einseitig Stellung nehme und Fakten zum Teil verzerrt wiedergebe.

Diese Punkte streitet Michael Moore denn auch gar nicht vollständig ab. Seine Antwort: Die Industrie, und damit auch die Mainstream-Medien, würden seit Jahren den öffentlichen Diskurs über das Gesundheitswesen diktieren - da könne er die Aufregung über eine andere Sicht der Dinge, die bloss zwei Stunden dauert, nicht verstehen.

Moore platzte der Kragen

Beim US-Nachrichtensender CNN war Michael Moore zum Live-Interview eingeladen. Auch CNN verzichtete nicht darauf, vor dem Interview einige von Moore im Film dargelegten Zahlen über das US-Gesundheitssystem in Frage zu stellen (allerdings waren die vom Sender festgestellten Abweichungen alles andere als dramatisch). Dieses Vorgehen versetzte Moore dermassen in Rage, dass er das Gespräch mit einer verbalen Attacke gegen den Interviewer Wolf Blitzer begann.

Moore bezeichnete die Aussagen des Senders als «Schrott» und forderte Blitzer auf, den Zuschauern «endlich die Wahrheit zu sagen». Moore: «Wann werden Sie da stehen und dem amerikanischen Volk die Wahrheit erzählen?» Schliesslich hätten Sender wie CNN schon seinen Film «Fahrenheit 9/11» zerrissen und der Lüge bezichtigt - und nun, vier Jahre später, hätte sich alles bewahrheitet, von den fehlenden Massenvernichtungswaffen im Irak bis über die Skandale in den Militärspitals. Die Mainstream-Medien schuldeten ihm und dem amerikanischen Volk eine Entschuldigung.

Moore: «Ich wundere mich, wann die Amerikaner endlich ihre TV-Geräte abschalten und aufhören, diesen Sachen zuzuhören... Sie sollten sich bei mir und beim amerikanischen Volk dafür entschuldigen, dass Sie Ihren Job nicht gemacht haben». Und zum Gesundheitssystem sagte er, auch die US-Regierung gebe zu, dass 47 Millionen Bürger keine Krankenversicherung haben - und dass aus diesem Grund 18'000 Menschen jährlich sterben.

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