Internet-Kinderpornografie: Viele Täter sind Akademiker
Aktualisiert

Internet-Kinderpornografie: Viele Täter sind Akademiker

Nach mehreren Polizeioperationen gegen Kinderporno-Konsumenten im Internet liegen Zahlen für St. Gallen vor: 59 Personen wurden verurteilt, darunter Lehrer, Pfarrer, Ärzte oder Pfleger.

Genesis, Falcon, Nora, Canalgrande: Die internationalen Polizeiaktionen gegen Kinderporno-Konsumenten im Internet führten immer auch zu Tätern im Kanton St. Gallen. Insgesamt wurden bisher 115 Strafverfahren geführt und 59 Personen verurteilt, wie das kantonale Untersuchungsamt gestern mitteilte.

«Die überführten Männer sind oft Menschen, die sich gewohnt sind, mit dem Internet zu arbeiten», sagt Untersuchungsrichterin Ursula Brasey. Tendenziell sei der Anteil der Akademiker unter den Tätern höher als etwa bei Gewalt- oder Drogendelikten. Vier überführte Kinderpornokonsumenten sind pädosexuelle Wiederholungstäter. 13 Verfahren liefen gegen Minderjährige.

Von den Verurteilten fällt rund ein Dutzend auf so genannte sensitive Berufsgruppen. «Das sind Personen, die direkt mit Kindern arbeiten. So etwa Pädagogen, Pfarrer, Ärzte oder Pflegepersonal», so Brasey. Bei diesen Gruppen werden die Vorgesetzten informiert. Was diese tun, bleibt ihnen überlassen. Brasey weiss aber von Berufsverboten.

Felix Burch (dapd)

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