Hat das Stehen ein Ende?: Internet lotst die Fahrgäste zu freien Plätzen
Aktualisiert

Hat das Stehen ein Ende?Internet lotst die Fahrgäste zu freien Plätzen

In welcher S-Bahn finde ich am ehesten noch einen Sitzplatz? Der neue Internet-Fahrplan weiss es. Bei Pro Bahn bezweifelt man allerdings, ob Pendler den neuen Service wirklich nutzen werden.

von
Roman Hodel
Wie viele Sitzplätze sind noch frei? Im neuen Internet-Fahrplan ist dies ersichtlich. Foto: keystone

Wie viele Sitzplätze sind noch frei? Im neuen Internet-Fahrplan ist dies ersichtlich. Foto: keystone

Sitzen statt stehen in der Zürcher S-Bahn: Wer auf Nummer sicher gehen will, kann neu via Internet-Fahrplan in Erfahrung bringen, wie stark der angepeilte S-Bahn-Zug ausgelastet sein wird. «Die Anzeige basiert auf Durchschnittswerten, die aber täglich und individuell neu ­berechnet werden», sagt SBB-Sprecher Reto Schärli.

«Gruppenreservationen oder Änderungen am Rollmaterial fliessen täglich mit ein.» Ermittelt werden die Zahlen einerseits durch Tür-Infrarotsensoren, die bei einem Drittel aller S-Bahn-Kompositionen die Anzahl Fahrgäste erfassen – andrerseits erhebt das Personal die Frequenzen.

Mit der neuen, im Fernverkehr bereits bewährten Belegungsanzeige haben Kunden zudem schneller den Überblick über mögliche Alternativverbindungen. «Auf dem Korridor Uster–Zürich lohnt es sich zum Beispiel, die S9 mit Ankunft im HB um 8.02 Uhr zu nehmen an­stelle der S15», sagt Schärli. «Wir empfehlen allen Pendlern, ihre Reisegewohnheiten im Online-Fahrplan zu überprüfen.»

Pro-Bahn-Präsident Kurt Schreiber bezweifelt jedoch, ob sich Pendler deswegen neu ­ausrichten: «Viele sind aus Zeitgründen an bestimmte Züge gebunden und können nicht wechseln.» Der neue Service sei gut, aber letztlich bloss «nice to have».

S-Bahnhof wird neu nummeriert

Pendler sind Gewohnheitstiere, doch um diese Neuerung werden sie nicht herumkommen: Im unterirdischen S-Bahnhof Museumstrasse (HB) erhalten die heutigen Gleisnummern 21 bis 24 eine neue Bezeichnung: ab 14. Mai 2012 neu 41 bis 44. Der Grund dafür ist die Inbetriebnahme des unterirdischen Bahnhofs Löwenstrasse 2014 mit den Gleisen 31 bis 34. So bleibt die Nummerierung im Hauptbahnhof weiterhin von Süden nach Norden aufsteigend.

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