Aktualisiert 27.11.2009 06:38

«Premium Content»

Internetfirma: Betrug mit Mahnungen

Eine deutsche Internetfirma versucht neuerdings, mit falschen Mahnungen Kasse zu machen. Der Bund rät, diese ja nicht zu bezahlen.

von
Regina Ryser

Nicht schlecht staunte Manuela M.* aus Richterswil, als sie von der deutschen Internetfirma Premium Content kürzlich eine letzte Mahnung erhielt: «Ich solle etwas heruntergeladen haben; dabei war ich nie auf der angegebenen Homepage», sagt die 31-Jährige. Sie glaubte deshalb an einen Fehler und ignorierte das Schreiben. Zwei Monate später erhielt sie erneut Post aus Deutschland – von einem Inkassobüro. «Ich war geschockt und verunsichert, ob ich nun doch zahlen sollte», sagt M. Sie ist nicht die Einzige – im Netz warnen zahlreiche Blogeinträge vor Premium Content.

Auch beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ist die deutsche Internetfirma bekannt: «Seit August sind bei uns einige Beschwerden eingegangen», sagt Guido Sutter, Ressortleiter Recht beim Seco. Die Dunkelziffer sei jedoch hoch, weil viele bezahlten. «Sie werden mit Briefen oder Mails unter Druck gesetzt, oft wird ihnen auch mit einer Klage oder Betreibung gedroht», erklärt Sutter. Um gegen betrügerische Firmen vorgehen zu können, seien die Behörden darauf angewiesen, dass man Anzeige erstatte. Er rät, die Rechnung mittels eingeschriebenem Brief anzufechten und nicht zu bezahlen, auch wenn sie korrekt adressiert ist. «Die Adressen kaufen solche Firmen über Dritte, diese wiederum beschaffen sie sich über Wettbewerbe und Gewinnspiele», so Sutter.

* Name der Redaktion bekannt

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