Neknomination: Internettrend fordert zwei Todesopfer
Aktualisiert

NeknominationInternettrend fordert zwei Todesopfer

Ein Bier trinken, währenddessen irgendetwas machen und das dabei gefilmte Video online stellen. Dieser neue Trend hat zwei junge Männer das Leben gekostet.

von
pwe

Beim Trend «Neknomination» geht es grundsätzlich darum, ein alkoholisches Getränk – normalerweise einen halben Liter Bier – auf ex zu trinken und anschliessend drei weitere Kumpanen zu «nominieren», dies ebenfalls zu tun. Meistens machen die Trinkenden dies verbunden mit einer mehr oder minder kreativen Aufgabe. Das Ganze sollte auf Video gebannt und online gestellt werden, sodass jeder darüber informiert wird. Die neu Nominierten sollen so auch unter Druck gesetzt werden.

Diese mit dem Trinken verbundenen Aufgaben umfassen alles, was sich der (fast ausschliesslich männliche) Verstand erdenken kann: Einer lässt sich während des Trinkens verprügeln und mit Feuerwerk beschiessen, ein anderer trinkt beim Wellenreiten, ein Nominierter mischt das Bier vor dem Konsum mit seinem Urin und ein weiterer nagelt seinen Hoden an einen Gartentisch.

Die Aktionen sind mitunter ausgesprochen gefährlich. In den zahlreichen Videos sieht man Leute, die beim Autofahren trinken, mit dem Skateboard eine Strasse hinunterfahren – dem Verkehr entgegen – oder von Brücken springen.

«Ganze Familie ist zerstört»

Solche Aktionen haben zwei Iren nun das Leben gekostet, wie der «Focus» berichtet. In Dublin wurde ein 22-Jähriger leblos aufgefunden, nachdem er einige hochprozentige Schnäpse getrunken hatte. Ein weiterer 19-jähriger Mann ist ertrunken, nachdem er in einen Fluss gesprungen war.

Der Bruder des Ertrunkenen warnt nun vor dem Spiel, berichtet der «Irish Mirror». Der Vater pflichtet ihm bei und sagt: «Die ganze Familie ist zerstört und unsere Leben wird nie wieder so sein wie früher.» Er hoffe, die jungen Leute würden sich gut überlegen, was sie täten.

Wo der Trend begann, ist unklar. Manche Medien vermuten Australien als Ursprungsland. Eine deutschsprachige Facebook-Seite, die einige Spieler organisiert, warnt ebenfalls: Es solle lediglich Spass machen. Von gefährlichen Aktionen solle man absehen.

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