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Interpol: Bioterrorismus bedroht die Menschheit

Bioterrorismus ist nach Ansicht von Interpol die grösste Sicherheitsbedrohung für die Menschheit. Dennoch seien die Behörden nirgendwo auf der Welt darauf eingestellt, solche Angriffe wirksam abzuwehren, sagte Interpolchef Ronald Noble beim grössten Polizeitreffen aller Zeiten.

In der südfranzösischen Stadt Lyon, dem Sitz von Interpol, berieten mehr als 500 Beamte aus 155 Ländern über Möglichkeiten zur Bekämpfung des Terrorismus mit biologischen Waffen.

Bei der zweitägigen Konferenz, dem laut Noble «grössten Polizeitreffen aller Zeiten», war zunächst eine Bestandsaufnahme bisheriger bioterroristischer Angriffe vorgesehen. Dazu gehörten vor allem die Versendung von Milzbranderregern in den USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sowie der Giftgasanschlag mit Sarin in der Tokioter U-Bahn 1995. Bei der anschliessenden Debatte sollte die Frage im Mittelpunkt stehen, wie solchen Bedrohungen künftig besser begegnet werden könnte. Dabei stand auch die Ausbildung der Polizei auf dem Prüfstand.

Die Vertreter von Interpol schätzen die Gefahr des Bioterrorismus als besonders hoch ein, weil Al-Kaida-Chef Osama bin Laden offen mit dem Einsatz biologischer Waffen gedroht hat, wie Noble betonte. Der französische Innenminister Dominique de Villepin schlug die Einrichtung eines internationalen Überwachungssystems vor, das mit den Vereinten Nationen vernetzt sein könnte. Damit könnten sowohl potenzielle Risiken als auch der Vertrieb von verdächtigem Material früher erkannt werden.

Interpol-Chef Noble forderte ein weltweites Alarmsystem sowie eine Vernetzung der Polizei mit internationalen Wissenschaftlern. Diese müssten im Ernstfall schnell für eine Einschätzung der Lage kontaktiert werden können. (dapd)

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