«Syriana»: Intrigen und Korruption im weltweiten Ölgeschäft
Aktualisiert

«Syriana»Intrigen und Korruption im weltweiten Ölgeschäft

Nach Jahren tumben Action-Kinos zeigt sich Hollywood wieder verstärkt politisch interessiert, wie Filme wie «Lord of War» oder «Jarhead» letzthin eindrucksvoll belegten.

In eine ähnliche Sparte fällt «Syriana», der auf dem Tatsachenroman «See No Evil» des ehemaligen CIA-Agenten Robert Baer beruht.

Der Politthriller thematisiert Intrigen und Korruption im weltweiten Ölgeschäft: von den Playern, die in den Hinterzimmern von Washington ihre Deals einfädeln, bis zu den Arbeitern auf den Ölfeldern am Persischen Golf. Am Schluss bleibt die ernüchternde Bilanz: Mehr denn je leben wir in einer Welt, in der es ausschliesslich um Geld und Macht geht.

Klingt unbequem? Ist es auch. Von «Syriana» darf man trotz des Star-Ensembles nicht nur packende Popcorn-Unterhaltung erwarten, sondern vor allem politische Fragen. Es dauert denn auch eine Weile, bis man die vielen dubiosen Figuren eingeordnet hat, ihre Positionen (vor allem die der Öl-Multis und der CIA-Berater) versteht und sich im Sprachengewirr zwischen Farsi, Arabisch und Pakistanisch zurechtfindet.

Sobald dieser Schritt gemacht ist, kann man sich genüsslich in die Polit-Verwirrungen stürzen.

Philippe Zweifel

Deine Meinung