Invasion der Bergfinken
Aktualisiert

Invasion der Bergfinken

Millionenfacher Besuch der Bergfinken im Mittelland: Auf der Suche nach ihrer Lieblingsspeise, der Nuss der Rotbuche, sind sie aus Skandinavien und Russland gekommen und in der Schweiz gelandet.

Dank dem Sommer 2003 besteht ein üppiges Angebot. Fast überall im Schweizer Mittelland seien Schwärme von bis 1000 Bergfinken zu beobachten, heisst es in einer Mitteilung des Zürcher Vogelschutzes (ZVS) vom Donnerstag. Hauptsache eine Rotbuche ist in der Nähe. Die Buchenbestände reichen bis auf 1000 Meter über Meer, erklärte Michael Bussmann vom ZVS auf Anfrage.

Dass die Bäume reich an Nüssen sind, ist auf den vergangenen Sommer zurückzuführen: Viele Bäume reagierten laut Bussmann gestresst auf Hitze und verwendeten dann viel Kraft für die Samenproduktion.

Die Vögel wissen es zu schätzen, die Bergfinken vor allem im Winter. Während der Brutzeit in Russland und Skandinavien müssen sie ihrem Nachwuchs zuliebe auch eiweisshaltige Insekten verspeisen.

Millionen im selben Schlafplatz

Ein spezielles Phänomen ist in der Dämmerung zu beobachten, wenn sie in riesigen Schwärmen zum Schlafplatz fliegen. Während sich die Bergfinken millionenfach dort versammeln, verdunkelt sich für gut eine Viertelstunde der Himmel. Ende 2003 wurde gemäss ZVS ein solcher Schlafplatz in der Nähe von Brugg AG entdeckt.

Die spatzengrossen orange-braun gefiederten Vögel mit dem hellen Bauch und dem weissen Fleck auf dem Rücken sind ausgezeichnete Flieger. Erfahrungsgemäss nehmen sie ab März den Rückweg gen Norden unter die Flügel.

(sda)

Deine Meinung