Aktualisiert 02.05.2014 08:10

Eiskalter Erfolg

Investoren buhlen um Zürcher Suppenkoch

Schnell, gesund - und gefroren: Der Suppenhersteller La Zoupa macht mit seinen Fertigbrühen Big Business. Das lockt Investoren an, die eine internationale Expansion anstreben.

von
S. Spaeth
Im vergangenen Jahr verkaufte La Zoupa 100'000 Portionen Suppen und Eintopfgerichte, in diesem Jahr sollen es sogar 180'000 sein.

Im vergangenen Jahr verkaufte La Zoupa 100'000 Portionen Suppen und Eintopfgerichte, in diesem Jahr sollen es sogar 180'000 sein.

Karottensuppe mit Mango, mediterrane Fischsuppe, Minestrone - und alles schockgekühlt. Denn gesund und von hoher Qualität sollen die Brühen sein, was der Zürcher Suppenhersteller La Zoupa dank dieser Zubereitungsart erreicht. Mit frischen Zutaten und ohne Geschmackverstärker gekocht, werden die Suppen noch im heissen Zustand auf minus 20 Grad gekühlt und kommen dadurch ohne Konservierungsmittel aus.

Hinter La Zoupa steht Ivan Scotti. Der Besitzer einer Werbeagentur, die einst die Kampagnen für den Strumpfhersteller Fogal gemacht hat, kümmert sich derzeit fast ausschliesslich um sein Gastroreich. Heute beschäftigt er in einer Gastroküche fünf Köche, die die Suppen in 40-Liter-Pfannen zubereiten, und einen kaufmännischen Leiter für den Vertrieb. Dazu kommt im Zürcher Niederdorf die La Zoupa Bar und ein Take-away in Zürich Binz. «Ich habe mit meinem Hobby den Durchbruch geschafft», sagt Scotti zu 20 Minuten.

Expandieren ja - doch mit welchem Partner?

Im vergangenen Jahr verkaufte La Zoupa 100'000 Portionen Suppe, in diesem Jahr sollen es sogar 180'000 sein. Diese Wachstumsraten sind auch Beteiligungsfirmen nicht verborgen geblieben: «Wir haben Anfragen von professionellen Investoren, die sich an unserem Geschäft beteiligen und eine Expansion finanzieren möchten», sagt Scotti. Zudem gibt es Anfragen von Interessenten, die das La-Zoupa-Geschäftsmodell in Metropolen wie Singapur, Moskau oder London betreiben möchten.

Scotti freut sich zwar über das Interesse, gibt sich aber noch zurückhaltend. «Wir wissen nun, dass unser Geschäftsmodell funktioniert. Die weiteren Schritte müssen aber gut überlegt sein», so der 68-Jährige. Klar sei, dass man ins Ausland wolle, die Frage sei, zu welchem Zeitpunkt und mit welchem Partner.

Skandinavien als interessanter Markt

Mit La Zoupa gestartet ist der Ex-Werber vor drei Jahren. In einer Zeit, in der bequemes Essen ein Massenphänomen ist, viele gesundheitsbewusste Konsumenten dem industriellen Convenience-Food aber nicht richtig trauen, hatte Scotti bei Einkäufern leichtes Spiel. Zu kaufen gibt es die tiefgefrorenen Zürcher Suppen in der Schweiz inzwischen an rund hundert Verkaufspunkten, darunter Spezialitätenläden und Bäckereien, aber auch in Ketten wie Globus und Loeb. Ein Coup gelungen ist Scotti mit dem Grossabnehmer Le Shop, dem Online-Kanal der Migros, der 14 Produkte im Sortiment führt. Aber auch Restaurants setzen ihren Gästen La-Zoupa-Produkte vor, wobei nicht alle dies deklarieren.

Als Erstes will La Zoupa nun aus eigener Kraft aus der Schweiz hinaus in einige europäische Städte exportieren. Gute Möglichkeiten bietet Skandinavien, wo man vor dem Schweizer Preisniveau nicht zurückschreckt. Die Karotten-Mango-Suppe als Hauptmahlzeit im mikrowellentauglichen Becher kostet rund 13 Franken, der Becher Tom Kha Gai mit Schweizer Poulet und Kokosmilch rund 17 Franken. Interessant könnte laut Scotti auch der grosse deutsche Markt werden, sofern man auch in Deutschland selbst - und damit zu tieferen Preisen - produzieren könnte.

Degustation statt Werbekampagne

Den bisherigen Erfolg erreichte La Zoupa ohne grosse Werbekampagnen: «Für uns als Start-up wäre das zu teuer», sagt der Geschäftsführer, dessen Team fast ausschliesslich auf Degustationen setzt. Werbung bringe zwar eine gewisse Bekanntheit, doch jeder preise in Kampagnen seine Produkte als ausgezeichnet an. Die Qualität von La Zoupa vergleicht der Chef mit jener von sehr guten Restaurants, «doch das merkt man nur beim Probieren», sagt Scotti. Dass er ein ehemaliger Werber ist, zeigt sich zumindest im Claim seines Unternehmens: «Fertiggerichte, vor denen Spitzenköche die Haube ziehen.»

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