Inzest-Drama: Die Bilder aus dem Horror-Verlies

Aktualisiert

Inzest-Drama: Die Bilder aus dem Horror-Verlies

Die österreichische Polizei hat ihre Ermittlungen zu dem Inzest-Fall in Amstetten fortgesetzt. Inzwischen wurden Fotos des Kellerverlieses veröffentlicht, in dem sich das unfassbare Martyrium der heute 42-jährigen Elisabeth Fritzl und ihrer Kinder abspielte.

Die Gefangenen mussten auf einer Fläche von etwa 60 Quadratmetern ohne Tageslicht hausen. Versperrt war das fensterlose Verlies mit einer massiven Stahlbetontür. Sie sei mit einem Elektromotor versehen und nur per Fernbedienung mit Zahlencode zu öffnen gewesen, meldete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Durch einen etwa fünf Meter langen Gang und einen kleinen Durchlass gelangt man in ein etwa 1,70 Meter hohes Zimmer. Die Räumlichkeiten umfassen eine veraltete Kochmöglichkeit sowie ein kleines Bad.

In dem Verlies befinden sich zwei Schlafräume mit zwei Betten, von Kinderhand mit Sternen und kleinen Zeichnungen geschmückt. Ein Fernseher mit einem Videorekorder und ein Radio stellten für Elisabeth Fritzl und ihre Kinder offenbar die einzige Verbindung zur Aussenwelt dar.

Das Wohnhaus in Amstetten, in dem das Kellerverlies am Sonntag entdeckt wurde, wird von Nachbarn bereits als «Horror-Haus» bezeichnet.

Mutter von Elisabeth Fritzl offenbar ahnungslos

Die österreichischen Behörden gehen nach bisherigem Erkenntnisstand davon aus, dass die Mutter des Inzest-Opfers Elisabeth Fritzl nichts vom Martyrium ihrer Tochter gewusst hat. Rosemarie Fritzl habe offensichtlich keine Ahnung gehabt, was vor sich gehe, sagte der Amstettener Bezirkshauptmann Hans Lenze am Montag. Für die Frau des 73-jährigen Tatverdächtigen sei eine Welt zusammengebrochen. Es sei auch sehr verwunderlich, dass die Nachbarn nichts mitbekommen hätten. Die Polizei versuche unter anderem herauszufinden, ob und in welchem Masse aus dem Kellerverlies Geräusche nach draussen gedrungen sein könnten.

Vater ist «dabei, zu gestehen»

Inzwischen wurde der 73-jährige Tatverdächtige am Montag weiter vernommen. Dabei zeigte er sich offenbar bereit, einige Taten einzuräumen. Josef Fritzl sei «dabei, zu gestehen», erklärte ein Ermittler.

«Er ist im Wesentlichen geständig, schwächt aber in Details ab», berichtete Chefinspektor Leopold Etz vom Landeskriminalamt Niederösterreich laut APA. Der 73-Jährige sagte weiter, dass er die Leiche eines Neugeborenen im Heizofen seines Wohnhauses verbrannt habe. Das Baby sei kurz nach der Geburt gestorben. Der Geständige sollte später dem Haftrichter vorgeführt werden.

Kampusch bietet ihre Hilfe an

Mittlerweile meldete sich auch Natascha Kampusch, die selbst acht Jahre lang in der Gewalt eines Entführers leben musste, zu Wort: Sie will im Inzestfall von Amstetten helfen.

Da sie die Situation der völligen Isolation aus eigener Erfahrung kenne, biete sie der heute 42-jährigen Frau sowohl finanzielle Unterstützung als auch ein Gespräch an, hiess es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung.

Finanzielle Hilfe will die 20-Jährige Kampusch der Familie aus den Spendengeldern zukommen lassen, die sie nach ihrer Flucht von ihrem Peiniger für einen geplanten Hilfsfonds erhielt.

$$VIDEO$$ (dapd)

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