Aktualisiert 15.01.2015 14:54

WM in Kreischberg

Iouri startet definitiv zur Mission Titelverteidigung

Iouri Podladtchikovs Teilnahme an der Snowboard-WM in Kreischberg stand bis zuletzt auf der Kippe. Nun ist klar: Der Titelverteidiger startet in der Halfpipe.

von
ofi
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Samstag, 17. Januar 2015
Samstag, 17. Januar 2015

Die Titelverteidigung misslingt: Iouri Podladtchikov wird im WM-Final in der Halfpipe undankbarer Vierter. Fünf Punkte fehlen dem Olympiasieger von Sotschi auf den Bronzeplatz.

Artur Widak/freshfocus
Dennoch kann der Schweizer zufrieden sein. Nach zweimonatiger Verletzungspause stand die Teilnahme an der WM in Kreischberg bis wenige Tage vor den Wettkämpfen auf der Kippe.

Dennoch kann der Schweizer zufrieden sein. Nach zweimonatiger Verletzungspause stand die Teilnahme an der WM in Kreischberg bis wenige Tage vor den Wettkämpfen auf der Kippe.

Artur Widak/freshfocus
Sein Nachfolger heisst Scotty James und kommt aus Australien. Der neue Weltmeister gewinnt den Wettbewerb mit der Punktzahl 91.50.

Sein Nachfolger heisst Scotty James und kommt aus Australien. Der neue Weltmeister gewinnt den Wettbewerb mit der Punktzahl 91.50.

AFP/joe Klamar

Für die Winter-Freestyle-Athleten von Swissski ist sie eines der grossen Highlights der Saison: die Freestyle-WM im österreichischen Kreischberg, die heute mit dem Final der Aerials startet und am 25. Januar mit den Skicross-Finalläufen zu Ende gehen wird. Zum ersten Mal fasst die Fis diese spektakulären Ski- und Snowboard-Disziplinen in einer gemeinsamen WM zusammen. Der Internationale Skiverband verspricht sich davon einerseits eine Optimierung in der Organisation und andererseits eine einfachere Vermarktung und damit auch grössere Aufmerksamkeit für diese Disziplinen, die sonst im Fis-Zirkus eher knapp vertreten sind.

Das wundersame Comeback

Während vor allem in Nordamerika der Schwerpunkt sowohl der Athleten als auch der Vermarktung bei den X-Games des Fernsehsender ESPN liegt, ist für Swissski und seine Athleten die WM klar der wichtigste Wettkampf der Saison. Dies bestätigt der Cheftrainer der Freestyle-Snowboarder, Pepe Regazzi: «Es ist klar, in einem WM-Jahr ist das ein sehr wichtiger Event. Iouri (Podladtchikov, Anm. d. Red.) hat auch selbst deutlich gesagt, dass er den WM-Titel verteidigen will.» Vor zwei Monaten sah es aus, als wäre diese Mission gescheitert, bevor sie richtig losgegangen war. Mitte November hatte sich der 26-Jährige im Training eine Fussverletzung zugezogen, musste operiert werden und die WM- und X-Games-Teilnahme schien gelaufen.

Doch die Heilung verlief besser als erwartet. So gut, dass die Ärzte ins Staunen gerieten, wie Podladtchikov der NZZ in einem Gespräch sagte. Nun ist er seit Anfang Januar wieder im Training und inzwischen auch nach Kreischberg gereist. Am Tag vor der WM-Qualifikation der Halfpipe-Spezialisten fällte Iouri Podladtchikov den Entscheid, exakt 56 Tage nach seinem Knöchelbruch ins Snowboard-Business zurückzukehren. Das wundersame Comeback nach dem Knöchelbruch nahm in den letzten Tagen immer schärfere Konturen an.

«Die ersten Trainings sind gut verlaufen»

Schon vor seinem Flug nach Österreich an die WM hatte der Zürcher in Laax mehrere Trainingseinheiten absolviert. In Murau setzte er sein Pensum fort und zog eine positive Zwischenbilanz: «Die ersten zwei Trainings sind gut verlaufen.» Er habe die Pipe schmerzfrei befahren können, so die Weltnummer 1. Klar will er es um jeden Preis versuchen, denn: «Der Vierjahreszyklus bis zu den nächsten Olympischen Spielen ist geprägt von Titelverteidigungen. Ich habe zwei Weltmeistertitel zu verteidigen und dann natürlich den Olympiasieg und ich bin mega aufgeregt, auf alle diese Dinge hinzuarbeiten», sagte Podladtchikov noch vor seiner Verletzungspause.

Der Überflieger der Schweizer Snowboarder ist aber nicht der einzige Medaillenkandidat. Mit dem Routinier Christian Haller und dem Olympia-Fünften David Hablützel können sich zwei weitere Schweizer berechtigte Hoffnungen machen. Bei den Snowboard-Frauen ruhen die Hoffnungen mehr auf dem Slopestyle, wo Sina Candrian zum engen und Elena Könz zum erweiterten Favoritenkreis zählen. Candrian wurde vor zwei Jahren im kanadischen Stoneham Zweite. Eine Steigerung ist also möglich und das logische Ziel. «Beim Snowboarden geht es schon auch darum, eine gute Show zu bieten, aber wer Wettkämpfe fährt, will immer gewinnen. Wieso sonst überhaupt antreten?», fragt die Bündnerin rethorisch. Weil sie auch noch im Big-Air-Wettbewerb antritt, wird sie die X-Games diese Saison auslassen.

Ambühl und Mahler starten bei X-Games

Etwas anders sieht es bei den Freeskiern aus. Dort werden die beiden besten Schweizer, Kai Mahler und Elias Ambühl, auf die WM verzichten und sich ganz auf die X-Games konzentrieren. Das ist die Chance für andere Fahrer, WM-Luft zu schnuppern. Einer von ihnen ist Janic Lerjen, wobei der Walliser immerhin Olympionike in Sotschi war. Dennoch ist die WM für ihn der Höhepunkt der Saison – auch, weil er für den Einladungswettkampf X-Games eben nicht eingeladen wurde. «Mein Ziel in Kreischberg ist es, den Final in der Halfpipe zu erreichen.»

Die Schweizer haben ausserdem bei den Skicrossern und im Alpin-Bereich reelle Medaillenchancen. Patrizia Kummer befindet sich auf dem aufsteigenden Ast und auch Nevin Galmarini weiss, wie man Medaillen gewinnt. Trotz der Abwesenheit von Mike Schmid haben die Skicrosser mit Alex Fiva und Armin Niederer zwei Topfahrer am Start, bei den Frauen ruhen die Hoffnungen nach dem Ausfall von Sanna Lüdi auf Fanny Smith. (ofi/si)

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