Aktualisiert 12.07.2010 12:47

WePad

«iPad-Killer» kränkelt

Der Tablet-PC aus Deutschland leidet offenbar noch an Kinderkrankheiten. Bei der Präsentation wurde geschummelt.

von
mbu

Am vergangenen Montag stellte das Berliner Unternehmen Neofonie einen eigenen Tablet-PC vor (20 Minuten Online berichtete). Dabei wurden die Vorteile gegenüber Apples iPad herausgestrichen. So soll das WePad über zwei USB-Anschlüsse, eine HDMI-Buchse, eine Webcam, Intels Atom-Prozessor N450 sowie einen Steckplatz für SD-Karten verfügen. Auch Flash-Anwendungen sollen darauf laufen.

Entwickler in Erklärungsnot

Äusserst merkwürdig war allerdings, dass die anwesenden Journalisten das Gerät nicht berühren durften und während der Präsentation auf dem WePad lediglich ein Video in einer Endlosschlaufe abgespielt wurde, berichtet diepresse.com. Ein besonders kritischer Medienvertreter, der mehrmals nachhakte und so seine Zweifel äusserte, wurde von einem der WePad-Mitarbeiter unverblümt angelogen (siehe Video oben, Quelle: touchmemobile.de).

Als der Neofonie-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen mit dem vermeintlichen iPad-Herausforderer vor den Fotografen posierte, brach er das Fotoshooting unvermittelt ab, weil auf dem Display eine Fehlermeldung erschien, schreibt das Nachrichtenportal handelsblatt.com und zeigt im Artikel das dazugehörige Video.

Hoffer von Ankershoffen hat via Facebook einen Erklärungsversuch veröffentlicht. Wegen Schwierigkeiten am Zoll hätten sie das Gerät nicht früh genug bekommen. Ausserdem bestätigte von Ankershoffen die Entdeckung von Bloggern, dass der vorgestellte Prototyp nicht mit dem freien Betriebssystem Linux, sondern mit Windows gelaufen war. Auf dem Blog androidpads.com wurde kurz nach der Pressekonferenz ein Screenshot veröffentlicht, auf dem eine Windwows-Fehlermeldung zu sehen ist.

Das WePad soll es ab August in zwei Versionen geben. Die Variante mit 16 Gigabyte Speicher und WLAN kostet umgerechnet etwa 650 Franken. Fürs 32-Gigabyte-WePad mit WLAN, UMTS, GPS und Full-HD-Grafikchip soll man umgerechnet rund 820 Franken bezahlen müssen.

20 Minuten Online hat ein Testgerät bestellt und wird schnellstmöglich ausprobieren, ob Apples iPad Konkurrenz aus Deutschland bekommt.

Update 15.4.: Auf seiner Facebook-Seite hat Neofonie nun für den 26. April eine zweite Live-Präsentation in Berlin angekündigt.

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