Papierlose Zukunft: iPhone macht dem Kiosk den Garaus
Aktualisiert

Papierlose ZukunftiPhone macht dem Kiosk den Garaus

Weil sich die Generation Facebook praktisch nur noch im Internet informiert, kauft sie kaum noch Zeitungen und Zeitschriften. Das hat dem Kioskkonzern Valora den Gewinn verhagelt.

News und Unterhaltung mit dem iPhone statt am Kiosk.

News und Unterhaltung mit dem iPhone statt am Kiosk.

Die Presseverkäufe seien bei Valora im vergangenen Jahr um 6 Prozent gesunken, sagte Valora-Chef Thomas Vollmoeller am Mittwoch auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Im zweiten Halbjahr habe man gar zweistellige Rückgänge hinnehmen müssen. Die Schweiz sei dabei besonders stark betroffen gewesen.

Hierzulande gebe es so viele iPhones und iPads pro Kopf wie sonst nirgendwo: Die Schweiz habe die höchste Apple-Dichte weltweit, sagte Vollmoeller. Mit den digitalen Geräten lesen immer mehr Leute praktisch nur noch im Internet und lassen Zeitungen sowie Zeitschriften links liegen. Die Schweizer seien hier weiter als die anderen Europäer.

Nur Vorgeschmack

Was man hier erlebe, sei erst ein Vorgeschmack auf die Entwicklung der Zukunft. Dieser Trend sei nicht mehr umkehrbar. Im Gegenteil: er werde sich noch beschleunigen. «Wir haben hier ein Sterben eines Produktes», sagte Vollmoeller.

Immer mehr Verlage wie beispielsweise Spiegel oder Burda würden ihre Investitionen zunehmend von der Presse weg hin zu ihren Internetangeboten verlagern. Insgesamt vertreibt Valora in der Schweiz, Österreich und Luxemburg über 6000 Medienartikel.

Zeitungssortiment reduzieren

Der Niedergang der Zeitungen und Zeitschriften habe Folgen für die Kioske, wo der Anteil der Presse am Umsatz bereits auf unter ein Fünftel gesunken sei. An 100 Schweizer Kiosken werde in diesem Jahr die Auswahl an Titeln von durchschnittlich 1200 auf 900 bis 1000 reduziert, um einem Sortiment Platz zu machen, das sich besser verkaufe, sagte Vollmoeller. Dafür würden mehr Kühlregale, Kaffeesäulen oder Croissanttheken aufgestellt.

Man werde aber nicht ganze Themengebiete aus dem Regal werfen, sondern nur die Auswahl an Titeln reduzieren, deren Verkäufe am schlechtesten liefen, versicherte Vollmoeller im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA: «Wenn man beispielsweise 50 verschiedene Rätselhefte hat, dann kann man einige herausnehmen.» (sda)

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