Aktualisiert 19.08.2009 14:56

DatenschutziPhone telefoniert nach Hause

Laut einem anonymen Blogger sollen einige Apps ihre Besitzer ungefragt ausspionieren. Nun wehrt sich das verantwortliche Unternehmen.

von
hst

Anwendungen für iPhone und iPod touch sollen es mit dem Datenschutz nicht so genau nehmen, wenn sie den Code eines Tools namens «Pinch Analytics» integriert haben. Dies legt zumindest unter anderem der Eintrag im Blog des Dev-Teams nahe, welches bekannt wurde, weil es so genannte Jailbreak-Tools für Apples Geräte veröffentlichte. Mit diesen kleinen Programmen lassen sich unter anderem die Bindungen an Provider aufheben.

Besagte Anwendungen sollen ihrem Entwickler unter anderem übermitteln, wie oft und wie lang der User die App verwendet. Ausserdem soll man die iPhone-ID sowie den aktuellen Aufenthaltsort mitgeteilt bekommen. Letzteres funktioniert aber nur, wenn der Anwender zugestimmt hat. Wenn die App «Facebook Connect» integriert hat, kann sich ihr Entwickler auch Geschlecht und Alter des Nutzers liefern lassen. Der zentrale Vorwurf: Die User würden weder darüber informiert, dass ihre Daten abgegriffen werden noch was mit ihnen geschehe.

Pinch Media, Anbieter des Analyse-Tools, hat dies nun in einem Eintrag auf seiner Homepage bestätigt. Gleichzeitig verwahrte sich die Firma aber gegen Vorwürfe des anonymen Bloggers «0th3lo», das ihr Programm iPhone-Besitzer ausspioniere, welche beispielsweise die Apps «Twitterfon» und «Camera Zoom» installiert haben. Die Daten würden gesammelt ausgewertet, Nutzer blieben anonym, so der Beitrag. Entwickler könnten unter anderem ausserdem sehen, wie viele Nutzer sich die App heruntergeladen haben und in welcher Region die meisten Anwendungen abgesetzt wurden. Das Unternehmen verletze keine Gesetze, weil jeder User mit den Nutzungsbestimmungen von iTunes einer solchen Verwendung der Daten zustimme. Eine zusätzliche Möglichkeit, mit der Anwender diese verhindern könnten, sei technisch noch nicht möglich und wegen der Sicherheitsbestimmungen für Applikationen auch nicht erwünscht.

Eigennütziger Pirat?

Überdies, so Pinch Media weiter, seien die Daten für Entwickler gedacht. Sie könnten so beispielsweise entscheiden, welche Sprachversionen ihrer Tools es sich anzufertigen lohnt. Gegenwind bekommt der Blogger «0th3lo» durch einen Bericht von readwriteweb.com, indem Pinch Media behauptet, er wolle nicht auf etwaige Datenschutzprobleme hinweisen, sondern bewusst gegen das Unternehmen schiessen. Denn man habe auch Tools entwickelt, mit denen sich gestohlene Apps ausfindig machen lassen sollen. Und das gefalle «0th3lo», welcher aktives Mitglied das Piratenforums hackulo.us sein soll, naturgemäss überhaupt nicht.

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