Überlastet: iPhone zwingt Mobilfunknetz in die Knie
Aktualisiert

ÜberlastetiPhone zwingt Mobilfunknetz in die Knie

Mit keinem anderen Smartphone wird das mobile Internet dermassen intensiv genutzt, wie mit dem iPhone. In London kommt es deshalb immer wieder zu Störungen. Bei der Swisscom ist man von Kapazitätsengpässen noch weit entfernt.

von
Manuel Bühlmann

In den vergangenen sechs Monaten ist es in London vermehrt zu Ausfällen im Mobilfunknetz gekommen. Gestern entschuldigte sich Ronan Dunne, Vorstand von O2, in einem Interview mit der «Finacial Times» bei seinen Kunden für die Kapazitätsprobleme. Der Grund dafür sei eine regelrechte Explosion des Datenverkehrs durch Smartphones. Hauptverantwortlich dafür seien Apps für das iPhone, die in kurzen Abständen aufs mobile Internet zugreifen. So sei seit Anfang des Jahres die Datenmenge im Londoner Mobilfunknetz um das 18-Fache angestiegen. Um der Nachfrage gerecht zu werden, habe O2 inzwischen 200 zusätzliche Basisstationen eingerichtet und 30 Millionen Pfund in den Netzausbau investiert.

Auch in den USA hat der Telekommunikationskonzern AT&T mit dem gleichen Problem zu kämpfen. In Städten wie New York und San Francisco kommt es immer wieder zu Überlastungen des Netzes. Schuld daran sollen in erster Linie iPhone-Kunden haben, die ihr Gerät exzessiv fürs Video- oder Audio-Streaming nutzen (20 Minuten Online berichtete). AT&T plant Kunden, die einen gewissen Traffic überschritten haben, zusätzlich zur Kasse zu bitten.

In der Schweiz noch kein Problem

Bei der Swisscom fürchtet man keine Überlastung: «Einen Engpass bei der mobilen Datenkommunikation stellen wir in der Schweiz nicht fest. Wir sehen derzeit eine Verdoppelung des Datenverkehrs im Mobilfunknetz alle 10 Monate. Wir bauen unser Netz ständig aus - insbesondere natürlich in den «Hotspots», wo die Datennutzung am höchsten ist», sagt Mediensprecher Olaf Schulze auf Anfrage von 20 Minuten Online. Ausserdem setze die Swisscom als erster und bisher einziger Schweizer Anbieter auf HSPA+: «Damit bieten wir Bandbreiten bis 28.8 MBit/s, was aber vor allem bedeutet, dass mehr Kunden mit einer hohen Geschwindigkeit über die gleichen Antenne surfen können.»

Der Marktanteil der Smartphones nimmt stetig zu. So waren 2007 gerade mal 10 Prozent aller verkauften Handys bei Swisscom Smartphones. 2008 waren es bereits 20 und 2009 schon 30 Prozent.

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