Trotz WM-Titel: «iPod» ist nur die Nummer zwei - bis auf weiteres
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Trotz WM-Titel«iPod» ist nur die Nummer zwei - bis auf weiteres

Iouri Podladtchikov ist Halfpipe-Weltmeister, Nummer 1 bleibt ein anderer: Shaun White, Dominator, Dauerrivale und grosser Abwesender an der TTR-WM in Oslo. Sein Vorsprung auf «iPod»: 0,5 Meter.

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Podladtchikovs Weltmeister-Run von Oslo. (Quelle: YouTube)

Mit seinem Titel an der Ticket-to-Ride-Tour-WM in Oslo hat Iouri Podladtchikov seinen Status in der Halfpipe-Szene eindrücklich zementiert. Der 23-jährige Zürcher mit russischen Wurzeln ist momentan der zweitbeste Halfpipe-Snowboarder der Welt. Der zweitbeste, weil Shaun White, der zweifache Olympiasieger und Dominator der letzten Jahre, in Oslo nicht am Start war. Der Amerikaner hatte für seine Teilnahme einen sechsstelligen Dollar-Betrag gefordert.

Noch nie konnte der frischgebackene Weltmeister Podladtchikov seinen Dauerrivalen Shaun White in einem Wettkampf schlagen. Obwohl der «iPod» immer näher an den Über-Snowboarder heranrückt, kassierte er auch in dieser Saison schon zwei Niederlagen im Duell mit White. Sowohl bei der «Dew Tour» im Dezember in Beckenridge als auch bei den «Winter X Games 2012» Ende Januar musste er dem 25-jährigen Amerikaner den Vortritt lassen.

Drei Double Corks und ein Trick im Köcher

Schon lange wird Podladtchikov das Potenzial zugeschrieben, White besiegen zu können. Als einziger neben dem zweifachen Olympiasieger beherrscht der Schweizer drei verschiedene Varianten des Double Cork, also der zweifachen Überkopfdrehung mit drei oder dreieinhalb Schrauben. Bei seinem entscheidenden ersten Run im WM-Final zeigte der «iPod» einen «Double McTwist 1260», einen «Frontside Double Cork 1080», einen «Double Cork Cab 1080» sowie einen «Frontside 1080». Mit dem «Switch Backside Double McTwist 1260» hat Podladtchikov ausserdem noch einen Trick im Köcher, den ausser ihm keiner beherrscht. Bis jetzt hat er ihn aber noch in keinem Wettkampf gezeigt.

Whites perfekter Lauf

Beim Trickrepertoire befinden sich White und Podladtichov derzeit beinahe auf Augenhöhe. Auch bei der Konstanz hat der Zürcher erstaunliche Fortschritte gemacht. Seine Runs bringt er viel regelmässiger sauber nach unten als früher. Was dem Schweizer noch fehlt, um White in einem Wettkampf ernsthaft gefährden zu können, ist die Sprunghöhe. White sprang in Aspen durchschnittlich 4,5 Meter über die Pipe hinaus, Podladtchikov knapp 4. Kann der Schweizer da noch zulegen, muss sich auch der amerikanische Superstar warm anziehen.

Nächstes Treffen in zwei Wochen in Tignes

Doch White wäre eben nicht White, wenn er sich in den wichtigen Momenten nicht noch einmal steigern könnte. Bei den «Winter X Games 2012» in Aspen legte er zum Schluss einen Traumlauf hin, den die Judges mit der Höchstwertung von 100 Punkten belohnten. White packte in seinen perfekten Run einen riesigen, fünfeinhalb Meter hohen «Backside Air», einen «Frontside Double Cork 1080», einen «Cab Double Cork 1080», einen «Frontside Stalefish 540», einen «Double McTwist 1260» und seinen neusten Trick, den «Frontside Double Cork 1260».

Alles deutet momentan darauf hin, dass sich White und Podladtchikov in Zukunft um die wichtigen Titel streiten werden. Der erste Sieg des Schweizers über den Über-Snowboarder scheint nur noch eine Frage der Zeit. Das nächste Mal treffen sich die beiden in zwei Wochen in Tignes bei den «Winter X Games Europe 2012». Und vielleicht zeigt Podladtchikov da ja seinen «Switch Backside Double McTwist 1260» zum ersten Mal in einem Wettkampf und weist White endlich einmal in seine Schranken. Vielleicht.

Podladtchikovs «Geheimwaffe»: Der «Switch Backside Double McTwist 1260». (Quelle: YouTube)

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