Cowon S9: iPod-touch-Konkurrent im Test
Aktualisiert

Cowon S9iPod-touch-Konkurrent im Test

Cowon bringt sein aktuelles Flaggschiff der Multimediaplayer auf den Markt. Kann es den iPod touch vom Thron stossen? 20 Minuten Online hat den S9 ausprobiert und war positiv überrascht.

von
Henning Steier

Der Cowon S9 trägt den Beinamen «Curve», und wer ihn zum ersten Mal in der Hand hält, weiss, warum. Denn die Rückseite ist gebogen - allerdings nicht so stark, dass der Player unter den Fingern zu kippeln beginnt, wenn man ihn über den Touchscreen bedient. Bei der Bedienung muss die von uns ausprobierte 8-Gigabyte-Version im Vergleich zum iPod touch Federn lassen, denn der Erstgenannte unterstützt kein Multitouch, also die Bedienung über mindestens zwei Druckpunkte. Ausserdem hätten wir uns gewünscht, dass er schneller auf unsere Finger reagiert hätte. Klare Vorteile hat der Cowon S9 gegenüber dem Apple-Gerät aber beim Gewicht, denn obwohl er vergleichbare Abmessungen hat, wiegt er mit knapp 80 Gramm rund ein Viertel weniger. Weniger ist auch mehr, wenn es um die Software geht, denn im Unterschied zum iPod braucht der S9 kein Programm auf dem Rechner, um sich als Speicher nutzen zu lassen. Er wird einfach als externes Laufwerk angezeigt.

Das Gerät unterstützt Flash, sodass sich zum Beispiel SWF-Dateien problemlos abspielen lassen. Allerdings wird von den Bildformaten nur JPEG unterstützt. Und das ist ein echtes Manko. Denn dieses ist zwar ein gängiges Format, aber viele andere Player kommen mit zahlreichen weiteren Bilddateien zurecht. Ausserdem kann der Player statt mit PDF-Dateien nur mit TXT-Files umgehen. Auch hier besteht Nachbesserungsbedarf.

Wippen, bitte

Die Oberseite des Gehäuses ist mit zwei Wippen ausgestattet, über die sich die Lautstärke regeln und einen Titel vor oder zurück springen lässt. Die beiden Buttons reagieren äusserst präzise auf unsere Druckbewegungen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Play-Button, der sich zwischen den Wippen befindet, denn er liegt wie ein Mini-Bügel auf der Oberseite des Gehäuses. Was in den ersten Minuten ein merkwürdiges Gefühl im jeweiligen Finger verursacht, erweist sich weniger später als komfortables Bedienelement. Ohnehin ist der Player sehr gut verarbeitet. Ein weiteres Plus: Der S9 ist nach dem Start wirklich schnell einsatzbereit.

An der Gehäuseunterseite befinden sich der Ein-/Aus-Schalter, die Kopfhörerbuchse und der USB-Anschluss. Letztgenannter ist von einer Kappe verdeckt, die leichter aufgehen müsste. Pluspunkt: Sie ist über einen sehr robusten Draht mit dem Player verbunden. So sollte man die Kappe auch nach längerer Benutzung des Geräts nicht verlieren. Ein Verschmutzen des USB-Ports wird somit vermieden. Cowon bietet als Zubehör einen Adapter an, mit dem sich Videos auf Fernseher und Beamer übertragen lassen. Hier hätten wir uns gewünscht, dass das Zubehör im Lieferumfang enthalten wäre.

Display für Cineasten

Der Cowon S9 kommt mit einem AMOLED-Display zum Kunden. Es kann 16 Millionen Farben anzeigen und bietet eine Auflösung von 480 x 272 Pixeln auf dem 3,3-Zoll-Bildschirm. Die Qualität der Darstellung beeindruckt uns ebenso wie die Tatsache, dass sie kaum vom Betrachtungswinkel beeinflusst wird. Aus allen möglichen Positionen ist unser testweise abgelegtes Foto sehr gut erkennbar. Immer wichtiger werden für Multimediaplayer auch die Videofunktionen. Und hier hat Cowon ein sehr gutes Feature im S9 anzubieten. Denn über einen Thumbnails-Button lassen sich Bilder aus einem Clip anzeigen. So findet man leicht die Wunschstelle.

Fazit

Der Cowon S9 beeindruckt mit exzellenter Soundqualität, an die auch der iPod touch bei weitem nicht herankommt. Wummernde Bässe und klar zu hörende, leise Passagen machen Laune. Ausserdem hat das Apple-Gerät im Unterschied zum Curve keinen 16:9-Bildschirm, was man beim Filmeschauen schmerzlich vermisst. Auch der AMOLED-Bildschirm ist dem LCD-Display des touch klar überlegen. Preislich geben sich die beiden Player mit rund 400 Franken wenig. Für den iPod touch spricht, dass er WLAN und Multitouch bietet. Es kommt also wie so oft im Leben darauf an, was man will. Wer sich als Audiokenner versteht, der seine Songs in bestmöglichem Sound geniessen möchte, der ist sicherlich mit dem S9 zurzeit am besten beraten.

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