Swiss-Notlandung: Iqaluit empfing Swiss-Passagiere herzlich
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Swiss-NotlandungIqaluit empfing Swiss-Passagiere herzlich

Eine Sightseeing- Tour und Verpflegung bot Iqaluit rund 300 notlandenden Swiss-Passagieren. Wäre es nötig gewesen, hätten die Bewohner auch ihre Türen geöffnet.

von
ann

Der Swiss-Flieger bei der Landung in Iqualit.

Der Flug LX40 der Swiss musste auf dem Weg von Zürich nach Los Angeles im Kanadischen Iqaluit am Nordpolarmeer notlanden. Mit an Bord war Singer-Song-Writer Leroy Sanchez aus Los Angeles. Auf Twitter schrieb dieser: «Würdet ihr mir glauben, wenn ich euch erzählen würde, dass beim Flugzeug in dem ich sass ein Triebwerk ausfiel und ich mitten am Nordpol stecken geblieben bin?»

Doch so schlimm war es für Sanchez und seine Mitpassagiere nicht, obwohl im arktischen Norden eine Temperatur von -21 Grad herrschten. Den Leuten wurde angeboten im geheizten Bus eine Stadttour durch Iqaluit zu machen. Die Stadt am nordwestlichen Ende der Frobisher-Bucht auf der südlichen Baffin-Insel im Nordpolarmeer, wo vor allem Inuit wohnen, hat nebst anderen Attraktionen ein Museum und ein öffentliches Hallenbad.

Orangensaft kostet 25 Franken

Diese zwei Orte schlug Flughafen-Direktor John Hawkins denn auch vor zu besuchen. «Iqaluit ist ein spektakulärer Ort, sie haben nur ein paar Stunden, auf keinen Fall schaffen sie es, alles zu sehen», fügt Hawkins an. Die Passagiere blieben aber offenbar lieber im Flugzeug.

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Die Swiss-Maschine ist zurück auf heimischem Boden: Eine Boeing 777 der Swiss landet in Zürich KIoten. (Archiv)

Die Swiss-Maschine ist zurück auf heimischem Boden: Eine Boeing 777 der Swiss landet in Zürich KIoten. (Archiv)

Keystone/Nick Soland
Bei minus 30 Grad: Die Swiss-Maschine wird in Iqaluit repariert.

Bei minus 30 Grad: Die Swiss-Maschine wird in Iqaluit repariert.

Hier wird es über den Flugplatz in Iqaluit gerollt – vorbei an der Antonov, die das Triebwerk am Samstag in die Arktis geflogen hat.

Hier wird es über den Flugplatz in Iqaluit gerollt – vorbei an der Antonov, die das Triebwerk am Samstag in die Arktis geflogen hat.

Laut dem Flughafendirektor sei die Boeing 777 problemlos gelandet, habe aber Mühe gehabt am Pistenende zu wenden. Die Der Flughafen von Iqaluit habe den Passagieren auch Verpflegung angeboten, schreibt die «National Post». Essen sei dort eher eine teuere Angelegenheit. Für einen Orangensaft könne man locker 25 Franken zahlen.

Turnhalle als Notfall-Unterkunft

Die Passagiere hätten aber keine Dienstleistungen des kleinen Ortes in Anspruch genommen, sondern seien auch bald weitergeflogen, weil ein Flugzeug von New York sie abholen kam.

Eine Übernachtung wäre aber für den kleinen Ort schwierig gewesen. «Wir sind froh, dass wir nicht organisieren mussten», sagt Hawkins, «es hat hier nämlich nicht genug Betten für so viele Personen.» Die 6700-Seelen-Gemeinde verfüge zwar über vier Hotels, aber nur wenige Betten. Laut Hawkins gebe es aber eine Turnhalle, in der man die Leute notfallmässig hätte unterbringen können.

«Wäre es nötig gewesen, hätten die Bewohner aber sicher auch ihre Türen für die Passagiere geöffnet», sagt eine Bewohnerin.

Kennen Sie jemanden, der auf diesem Flug ist? Oder sind Sie sogar selber in der Arktis gestrandet? Schreiben Sie uns auf

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