Aktualisiert 03.02.2005 07:05

IRA zieht Angebot der Entwaffnung zurück

Die irische Untergrundorganisation IRA hat am Mittwoch das Angebot ihrer vollständigen Entwaffnung zurückgezogen.

In der von der republikanischen Zeitung «An Phoblacht» veröffentlichten Erklärung kündigte die IRA zwar nicht die Rückkehr zum bewaffneten Kampf an, doch bedeuten die Äusserungen einen erneuten Rückschlag für die Friedensbemühungen in der britischen Provinz Nordirland.

Die IRA reagierte mit ihrem Rückzieher auf die Anschuldigung, für den spektakulären Banküberfall vom 20. Dezember in der nordirischen Hauptstadt Belfast verantwortlich zu sein, bei dem 26,5 Millionen Pfund (60 Millionen Franken) erbeutet wurden.

Die nordirische Polizei und die Regierungen von Grossbritannien und Irland machten die IRA für den Raub verantwortlich. Die Untergrundorganisation sowie Vertreter der Sinn Fein wiesen den Vorwurf zurück.

Der Friedensprozess war zuletzt im Dezember wegen der Entwaffnungs-Frage ins Stocken geraten. Ausserdem warfen die britische und die irische Regierung der IRA vor, hinter einem Millionen-Bankraub in Belfast zu stecken.

Am Dienstag erklärten Grossbritannien und Irland, die Weigerung der IRA, die Waffen abzugeben sei das einzige Hindernis, um die im Karfreitags- Friedensabkommen von 1998 vorgesehene nordirische Regionalregierung wieder zu etablieren.

«Wir weisen dies zurück», hiess es in der IRA-Erklärung. «Wir haben nicht die Absicht, in dieser inakzeptablen und instabilen Situation ruhig zu bleiben. Unsere Geduld wurde bis zum Äussersten strapaziert.»

(sda)

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