Irak: 15 Tote bei Helikopter-Abschuss

Aktualisiert

Irak: 15 Tote bei Helikopter-Abschuss

Beim Abschuss eines US- Militärhelikopters westlich von Bagdad sind am Sonntag mindestens 15 US-Soldaten getötet und 21 verletzt worden.

Es handelte sich um den schwersten Angriff auf die US-Armee in Irak seit der Eroberung Bagdads am 9. April.

Weitere 21 Soldaten seien verletzt worden, sagte eine Sprecherin des US-Militärkommandos in Bagdad weiter. Nach Angaben der Militärsprecherin wurde der Helikopter vom Typ «Chinook» bei Amarija in der Nähe der Kleinstadt Falludscha getroffen und stürzte ab.

Falludscha gilt als ein Zentrum des Widerstands gegen die US- Besatzer in Irak. Der US-Fernsehsender CNN berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, der Helikopter sei von einer Boden-Luft- Rakete getroffen worden.

Truppenmoral stärken

Die Soldaten an Bord sollten zu einem zweiwöchigen Urlaub nach Europa oder in die USA gebracht werden. Erst vor zwei Tagen hatte die US-Armee die Ausweitung ihres Heimaturlaub-Programmes bekannt gegeben. Damit sollte die Moral der seit Monaten in Irak stationierten Soldaten gestärkt werden.

In einer ersten Reaktion auf den schweren Angriff sagte Rumsfeld dem Fernsehsender NBC, die USA würden an ihrer Strategie zur Stabilisierung Iraks und am Anti-Terrorkampf festhalten. US- Präsident George W. Bush betonte in einer Radioansprache, die USA seien entschlossen, in Irak zu bleiben und den Kampf zu gewinnen.

Der einflussreiche republikanische US-Senator Chuck Hagel sprach sich dagegen im «Handelsblatt» (Montagsausgabe) für ein möglichst rasches Ende der US-Kontrolle in Irak aus.

Sicherheit verbessern

Um die Sicherheitslage in Irak in den Griff zu bekommen, wollen die USA den Aufbau der irakischen Sicherheitskräfte beschleunigen.

Die irakische Polizei soll auf 75 000 Mann aufgestockt werden, die irakische Armee bis kommenden September 40 000 Mann umfassen, wie US-Zivilverwalter Paul Bremer am Samstag in Bagdad sagte. Bremer erklärte weiter, Saddam Hussein sei am Leben und halte sich in Irak versteckt.

Die Aussenminister von Iraks sieben Nachbarstaaten forderten am Sonntag zum Abschluss ihres Treffens in Damaskus die UNO auf, eine aktivere Rolle in Irak zu spielen. Eine Verurteilung der Besatzung Iraks enthält die Abschlusserklärung nicht. Der von den USA eingesetzte irakische Aussenminister Hoschjar Sebari nahm an dem Treffen nicht teil.

Die Nachbarstaaten Iraks sagten zudem zu, ihre Grenzen zu dem Land wie von den USA gefordert zu sichern. Die US-Regierung wirft Syrien und dem Iran vor, nicht genug gegen das Einsickern von gewalttätigen Moslem-Extremisten nach Irak zu unternehmen.

Noch mehr Tote

Zwei US-Ingenieure kamen in Falludscha bei einer Bombenexplosion ums Leben. Wie ein Militärsprecher am Sonntag in Bagdad mitteilte, detonierte die Bombe am Strassenrand, als das Fahrzeug die Stelle mit dem selbstgebauten Sprengsatz passierte. Ein dritter US-Bürger wurde leicht verletzt.

Ein halbes Jahr nach dem offiziellen Kriegsende in Irak legten am Samstag Warnungen vor einem angeblichen «Tag des Widerstands» das öffentliche Leben in Bagdad praktisch lahm. Aus Angst vor einer Anschlagswelle blieben zahlreiche Menschen zu Hause.

(sda)

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